ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2002KVen: Um Berufsfreiheit kämpfen
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LNSLNS „Eine Horrorvorstellung?“ –
der Leserbrief von Herrn Kollegen Dubischar zeigt, wie weit sich viele Ärzte von dem Bild des Freien Berufes verabschiedet haben.
Rechnungsstellung – eine Schreckensvision. Man müsste entsprechende Verwaltungsarbeit erbringen oder erbringen lassen! Diese „Schreckensvorstellung“ ist für alle Freiberufler, für alle Gewerbetreibende tägliche Routine. Aber nein – lieber Delegation an Krankenkassen und KV. Nur keine Verantwortung tragen. Am liebsten Festgehälter mit bezahltem Erholungs- und Fortbildungsurlaub. Wer sich diesen Visionen hingibt, wird enttäuscht erwachen.
Die Erfahrungen in anderen Ländern zeigen nämlich, dass es dann teurer wird und/oder ineffektiver – ich brauche nur auf England hinzuweisen. Und wie die Festgehälter aussehen werden, auch dafür gibt es genügend Beispiele aus anderen Ländern.
Man müsste doch die Beiträge erhöhen, um Ärzte „standesgerecht“ zu bezahlen. Wer kann dies derzeit fordern. Der Einzige, der bereit ist, ist und bleibt der Patient. Selbstverständlich müssen unsere entmündigten Patienten erst lernen, mit Selbstverantwortung umzugehen –
leider auch viele Ärzte wie Herr Kollege Dubischar.
Dann natürlich Niederlassungssperre, nicht um sich „vor Konkurrenz zu schützen, sondern als Überlebensfrage in einem pseudofreien Beruf“. Wenn wir Ärzte schon nicht mehr um unsere Berufsfreiheit kämpfen – wer soll es dann machen? Und ein Letztes: Wie werden die Patienten in einem derartigen System behandelt werden? Schon jetzt lassen DMP, DRG und Ähnliches grüßen: Ärzte sollen nicht mehr den Patienten behandeln und sich um Heilung bemühen, sondern als Gesundheitsmechaniker möglichst schnell und billig Schäden reparieren.
Dr. med. Klaus Reichel, Hubertussteig 7, 91217 Hersbruck
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