ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2002Hilfe bei Flügen: Positiv sehen

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Hilfe bei Flügen: Positiv sehen

Dtsch Arztebl 2002; 99(18): A-1220 / B-1042 / C-974

Schwalbe, Jochen

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LNSLNS Sicherlich ist es richtig, dass eine rechtliche Absicherung der vor Ort zu treffenden Maßnahmen vorhanden sein sollte. Da ich auf den Flügen nach Kenia sehr oft die unterschiedlichsten Krankheitsbilder von Malaria bis Sepsis, vom Abszess bis zur Lungenentzündung und zum Herzinfarkt behandeln durfte, kann ich eigentlich nur sagen, dass das Flugpersonal sehr hilfsbereit gewesen ist. Die Ausstattung vor Ort ist durchaus verbesserungswürdig, was ich auch den Fluglinien immer schriftlich mitgeteilt habe. Die Tatsache aber, vor Ort in eingeschränkter Versorgungsebene helfen zu können und zu dürfen, hat mich immer fasziniert und eher positiv motiviert.
Zur Frage der ärztlich indizierten Zwischenlandung hat es gelegentlich Diskussionen gegeben, viel problematischer aber ist es, wenn man im Anflug zum Beispiel auf Frankfurt einen Notruf abgibt und der Transportdienst der Flughafenklinik bereits bei Eintreffen entscheidet, dass dies kein ernster Fall ist.
Einmal ist mir eine Zwischenlandung nicht abgeschlagen worden, in allen anderen Fällen konnte durch Infusionen, Analgetika oder Antibiotikagabe eine ausreichende Stabilisierung erreicht werden, wobei ich allerdings auch zugebe, dass so ein kleines Bord-Case-Köfferchen mit einigen Antibiotika und einigen Notfallampullen, das man als Arzt vielleicht doch mit sich tragen sollte, nicht fehlerhaft ist.
Die Fluggesellschaften haben sich bei mir immer schriftlich bedankt. Bezüglich einer Bezahlung sehe ich keine Berechtigung, bei der Fluggesellschaft eine Rechnung zu stellen, allenfalls wäre ja der behandelte Patient zuständig. Ich halte es allerdings für entwürdigend, diesem oft schwer kranken Patienten mittels Rechnung hinterher- zujagen. Wie oft man letztlich bei solchen Flügen erfolgreich in eine vernünftige medizinische Betreuung hineinkommt, geht so deutlich aus allen Beiträgen der Kollegen hervor, dass ich meine, wir sollten diese Anforderung an uns als Ärzte eher positiv aufgreifen, als die Problematik zu hoch zu sehen.
Dr. med. Jochen Schwalbe, Am Schießberg 3, 61449 Steinbach/Taunus
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