Supplement: Praxis Computer

Verichip: Orwell lässt grüßen

Dtsch Arztebl 2002; 99(18): [1]

Schmedt, Michael

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LNSLNS Ein schwer verletzter Patient wird in die Notfallambulanz eines Krankenhauses eingeliefert. Der behandelnde Arzt greift zu einem Scanner und fährt dem Patienten damit über den Oberarm. Im Bildschirm des angeschlossenen Computers erscheint die Krankengeschichte des Verunglückten. Was sich anhört wie ein Szenario aus einem Hollywood-Film, könnte bald Realität werden. Die US-amerikanische Firma Applied Digital Solutions (ADS) hat einen reiskorngroßen Chip entwickelt, der vier Kilobyte Daten (circa 60 Zeichen) spei-chern kann. Der so genannteVeriChip wird dem Patienten in die Oberarm- oder Schultermuskulatur eingesetzt. Im Notfall kann der Arzt mithilfe eines Spezial-Scanners die auf dem Chip befindliche Identifikationsnummer ablesen. Diese berechtigt den Arzt, per Telefon oder Internet auf die Patientenakte zuzugreifen. Die nächste Entwicklung von ADS ist schon in Planung: Der Chip soll mit einem Sender kombiniert werden, der biomedizinische Daten des Trägers überwacht und zugleich seinen Aufenthaltsort über eine satellitengestütztes System (GPS) angibt. Oft wird bei Fortschritten in der Medizin die Gefahr eines Dammbruchs beschworen, wenn allein das Machbare im Vordergrund steht. Der VeriChip könnte diese Grenze schnell erreichen. Michael Schmedt
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