ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2002Mutter-Kind-Kuren: Wahlgeschenk für Mütter

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Mutter-Kind-Kuren: Wahlgeschenk für Mütter

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Immer mehr Kassen finanzieren Mutter- Kind-Kuren nur noch anteilig. Foto: Müttergenesungswerk/Gier-
Immer mehr Kassen finanzieren Mutter- Kind-Kuren nur noch anteilig. Foto: Müttergenesungswerk/Gier-
Gesetzentwurf für Mutter-Kind-Kuren als Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen in Vorbereitung

Die Bundesregierung will Mutter-Kind-Kuren zur Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen machen. Ein entsprechender Gesetzentwurf werde im Bundesgesundheitsministerium vorbereitet, sagte Regina Schmidt-Zadel, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion. Das Müttergenesungswerk (MGW) übt seit Monaten Druck auf Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt aus, die Vollfinanzierung von Mütter- und Mutter-Kind-Kuren zu gewährleisten. Grund: Immer mehr Kassen legten Teilfinanzierungen fest, die besonders für einkommensschwache Familien und Alleinerziehende unerschwingliche Eigenbeteiligungen bedeuteten. Mutter-Kind-Kuren gehören bisher zu den Wahlleistungen, durch die sich die Kassen unterscheiden können. Je nach Satzung werden anteilig Kosten übernommen, Festzuschüsse gewährt oder voll finanziert.
Ausschlaggebend für Schmidt war nach Angaben des MGW die zum 1. April geplante Satzungsänderung der AOK Bayern, von der Vollfinanzierung zu Festzuschüssen (830 Euro für die Mutter, 950 Euro für ein krankes Kind) überzugehen. Wegen der aktuellen politischen Entwicklung will der AOK-Verwaltungsrat die Änderung jedoch bis zum 1. Juli aussetzen. Auch Bayerns Familienministerin Christa Stewens drängt auf die Aufnahme von Mutter-Kind-Kuren beziehungsweise Vater-Kind-Kuren in den Leistungskatalog. Ohne ein solches Angebot bestehe die Gefahr, dass Eltern langfristig „physisch und psychisch ihrer Familienaufgabe nicht mehr gewachsen sind“.
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