ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2002Ärztemangel: Maßnahmen für den Osten

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Ärztemangel: Maßnahmen für den Osten

Dtsch Arztebl 2002; 99(19): A-1262 / B-1083 / C-968

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LNSLNS KBV warnt vor Kollaps der hausärztlichen Versorgung in neuen Ländern.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat Maßnahmen vorgeschlagen, um angesichts massiver Nachwuchsprobleme die hausärztliche Versorgung in den neuen Bundesländern sicherzustellen. Dazu gehören:
- der Ausbau des Programms zur Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin, indem beispielsweise nicht ausgeschöpfte Fördermittel aus den alten Bundesländern für weitere Stellen in den neuen Ländern bereitgestellt werden;
- Zulassungsbeschränkungen in nicht unterversorgten Planungsbereichen;
- finanzielle Förderung durch die betroffenen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen), beispielsweise durch Umsatzgarantien, zinslose Darlehen für Praxisinvestitionen, eine „Landarztzulage“ oder die Genehmigung von Zweigpraxen;
- befristete Ermächtigung von ausländischen Ärzten;
- Eigeneinrichtungen einer KV mit befristet angestellten Ärzten und
- die Einführung einer Stundenpauschale für den kassenärztlichen Notdienst, um auch Ärzte für diesen Dienst zu gewinnen, die nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen.
Nach Angaben der KBV geht in den nächsten fünf Jahren rund ein Drittel der niedergelassenen Ärzte in den neuen Bundesländern altersbedingt in den Ruhestand. Mit den verbleibenden Ärzten könne man die hausärztliche Versorgung nicht sicherstellen. Um die Ursachen des drohenden Ärztemangels zu bekämpfen, reichen allerdings nach Ansicht der KBV die vorgeschlagenen kurzfristigen Maßnahmen nicht aus. Der KBV-Vorsitzende Dr. med. Manfred Richter-Reichhelm: „Der Gesetzgeber muss endlich die Rahmenbedingungen verbessern, um den Arztberuf wieder attraktiv zu machen.“
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