ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2002Evidenzbasierte Medizin: Widerspruch gegen Zweiteilung

BRIEFE

Evidenzbasierte Medizin: Widerspruch gegen Zweiteilung

Dtsch Arztebl 2002; 99(19): A-1290 / B-1080 / C-1007

Hammer, Harm

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LNSLNS Ihrer Auffassung, dass eine Zweiteilung der Ärzteschaft in die praktisch orientierten, am Patienten tätigen Ärzte ohne Einblick in die oft zweifelhafte Evidenzbasis unserer Entscheidungen einerseits und die wissenschaftlich orientierten, theoretisch forschend tätigen mit Einblick andererseits zu akzeptieren und zu fördern sei, widerspreche ich auf das Schärfste!
Allein die Tatsache, dass Sie als Evidenzbasis Ihres Kommentars die Diskussion mit Studenten anführen, die wohl kaum über eine umfangreiche Erfahrung in der Anwendung von EbM bei der Lösung einerseits wissenschaftlicher, andererseits klinischer Fragestellungen verfügen dürften, lassen den Wert Ihrer Äußerungen dahingestellt sein. Wer fragt, führt. Welche Fragen haben Sie den Kommilitonen gestellt? Ich setze mich als Hausarzt intensiv mit den Stärken und Schwächen der wissenschaftlichen Grundlagen unserer Entscheidungen auseinander. Ich lerne, lehre und lebe mit Begeisterung EbM im ärztlichen Arbeitsalltag. Ich verwende viel Zeit und Mühe darauf, meine Patienten auf der Grundlage der besten verfügbaren Evidenz zu beraten. Der methodenkritische Blick in die Literatur ist oft ernüchternd, aber immer ertragreich für die Beratung. Mein Handeln wird ehrlicher, toleranter gegenüber dem Patienten und bescheidener im Auftreten, je besser ich informiert bin.
Eine Spaltung der Ärzte: zur kritischen Beurteilung fähige Wissenschaftler hier (oben) – traditionell sozialisierte Erfahrungsmediziner dort (unten)? Nein! Meine Vision sieht so aus: Lassen Sie uns gemeinsam die alltagsrelevanten Fragen stellen, mit definierter Qualität wissenschaftliche Antworten suchen und Kommunikationsmittel erfinden und verwenden, die die Umsetzung unserer Erkenntnisse auf breiter Basis wahrscheinlich machen.
Dr. med. Harm Hammer, Klugkiststraße 19, 28209 Bremen
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