ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2002Evidenzbasierte Medizin: Evidenzbasierte Ausrichtung auch in der Versicherungsmedizin
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LNSLNS Die Autoren weisen darauf hin, dass viele medizinische Lehrinhalte in Diagnostik und Therapie unter den Gesichtspunkten der Evidence based Medicine nicht ausreichend gesichert sind und dass andererseits der Verzicht auf zwar bewährte, aber nicht ausreichend belegte Therapien zu einer messbaren Verschlechterung der medizinischen Versorgung führen würde. Daraus folgt unmittelbar eine versicherungsmedizinische Problematik. Sowohl nach den Musterbedingungen der privaten Krankenversicherung (MB/KK) als auch nach SGB V steht im Zentrum der Leistungspflicht die medizinisch notwendige Heilbehandlung. Natürlich gehen weder die MB/KK noch das SGB V darauf ein, ob die Behandlung evidenzbasiert sein muss. Die diesbezügliche Rechtsprechung geht aber eindeutig eher in die Richtung, dass die medizinische Notwendigkeit grundsätzlich nicht evidenzbasiert sein muss. Auf der anderen Seite bedeutet das allerdings nicht, dass eine Therapiebeliebigkeit akzeptabel ist. Dies würde unserem unter chronischem Geldmangel leidenden Gesundheitssystem den K.-o.-Schlag versetzen. Ich denke, dass wir uns auch in der Versicherungsmedizin mehr auf eine evidenzbasierte Ausrichtung hin bewegen sollten . . .
Dr. med. Rainer Hakimi, Goldtäleweg 11, 70327 Stuttgart
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