ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2002Anti-Raucher-Kampagnen: Schade für das schöne Geld

BRIEFE

Anti-Raucher-Kampagnen: Schade für das schöne Geld

Dtsch Arztebl 2002; 99(19): A-1292 / B-1100 / C-1028

Kos, Hildegard

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LNSLNS Es hört sich ja so schön an: „Die Zigarettenindustrie will in den nächsten fünf Jahren Nichtraucher-Programme für Kinder und Jugendliche mit 11,8 Millionen Euro unterstützen.“ Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium sollte sich schämen, solche Kampagnen auch noch groß anzukündigen. Wenn Zigarettenautomaten für jedes Kleinkind erreichbar in den Straßen hängen oder Kinder und Jugendliche ohne Probleme in jedem Einkaufsmarkt Zigaretten kaufen können, ist diese Kampagne rausgeschmissenes Geld. Hier in den Schulen wird vielleicht mal unter dem Motto „keine Chance den Drogen“ über das Rauchen gesprochen, aber die Lehrer schauen zu, wenn 10- bis 14-Jährige in den Pausen rauchen, ja, wie viele der Lehrer rauchen selbst, und das auch noch vor den Kindern! Wie sieht es denn da aus mit dem guten Beispiel?
Es macht mich wütend, wie „scheinheilig“ unsere Politiker zuschauen und es gar nicht gut finden, wenn auch Kinder schon rauchen! Übrigens, ich mache seit vielen Jahren Raucherentwöhnung (über die BZgA), habe in meinen Kursen auch Jugendliche von 14 bis 18 Jahren, allerdings mit wenig Erfolg, woran es auch liegen mag. Solange die Industrie noch so viel Geld verdient, dass sie solche Kampagnen unterstützen kann, wird sich nichts bewegen. Fazit: Schade für das schöne Geld!
Hildegard Kos, Bad Stebener Straße 8, 95138 Bad Steben-Thierbach
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