ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2002Acne inversa: Ungerechtfertigte Therapie

MEDIZIN: Diskussion

Acne inversa: Ungerechtfertigte Therapie

Dtsch Arztebl 2002; 99(19): A-1310 / B-1115 / C-1043

Gosch, Volker

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LNSLNS Ich stimme der Auffassung der Autoren zu, dass weder Antibiotika noch Inzisionen eine dauerhafte Ausheilung ermöglichen. Die Schlussfolgerung der Autoren jedoch, die die „einzig mögliche Therapie in der kompletten lokalen Exzision“ sehen, halte ich besonders wegen der hohen Rezidivhäufigkeit („bis zu 50 Prozent“) für nicht gerechtfertigt.
Angesichts der langen postoperativen Wundheilungszeit („bis zu acht Wochen“) und den damit verbundenen Schmerzen für die Patienten, bis hin zu späteren Bewegungseinschränkungen durch Vernarbung, halte ich ein radikales Vorgehen allenfalls bei Extremfällen für vertretbar, keinesfalls jedoch, wie von den Autoren empfohlen, „möglichst im Frühstadium“.
Aus der Tatsache, dass in über 50 Prozent der Fälle mehrere Prädilektionsstellen betroffen sind, lässt sich die Notwendigkeit einer Behandlung des gesamten Organismus ableiten. Eine nur auf den lokalen Befund fokussierte Therapie muss hier scheitern (siehe Rezidivquote). Ich selbst (wie viele andere Kollegen auch) habe bei der Behandlung der Acne inversa sehr gute Erfahrungen mit der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gemacht. Durch eine individuelle Rezeptur aus chinesischen Arzneipflanzen, meist flankiert von gezielten Diätvorschriften (Verzicht besonders auf Fette, Alkohol, Nikotin), kann ein rascher Rückgang der entzündlichen Veränderungen erreicht und neue Abszesse vermieden werden. Bei etwa 70 Prozent der Fälle lässt sich so eine dauerhafte Ausheilung erzielen, bei durchgehender Arbeitsfähigkeit der Patienten zu einem Bruchteil der Kosten der radikalen Chirurgie.

Dr. med. Volker Gosch
Kremper Straße 25
23720 Neustadt

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