ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2002Acne inversa: Frühstadium wichtig

MEDIZIN: Diskussion

Acne inversa: Frühstadium wichtig

Dtsch Arztebl 2002; 99(19): A-1311 / B-1116 / C-1044

Petersen, Eiko E.

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LNSLNS Der einzigen Behandlungsempfehlung, bereits im Frühstadium eine komplette Exzision des befallenen Hautbereichs vorzunehmen, kann ich nicht zustimmen.Woher will man im Einzelfall wissen, was ein Frühstadium eines schweren Verlaufes ist und was eine leichte Form bleiben wird? Die großzügige Exzision ist eine verstümmelnde Operation und löst bei einer Rezidivrate von bis zu 50 Prozent das Problem auch nicht. Bei milden Formen kann den Patienten mit lokalen Hautpflegemaßnahmen und Keimreduktion gut geholfen werden.
Auch ist die Mikrobiologie für die Unterscheidung zwischen rezidivierender Follikulitis und Acne inversa gelegentlich hilfreich. Während bei der Follikulitis so gut wie immer Staphylococcus aureus isoliert werden kann, lässt sich aus dem eitrigen Sekret bei der Acne inversa vorrangig Hautflora isolieren.
Die Reduktion der Hautflora, die bereits bei der richtigen Pflege des Darmausgangs beginnt, wird sehr vernachlässigt. Diese Patienten müssten angeleitet werden und es muss ihnen bewusst gemacht werden, dass gerade vermehrtes Waschen nicht zu einer Reduktion der Hautkeime führt, denn auf überwaschener und aufgerauter Haut haftet die Darmflora besonders gut.

Prof. Dr. med. Eiko E. Petersen
Universitäts-Frauenklinik
Hugstetter Straße 55
79106 Freiburg

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