ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2002Acne inversa: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Acne inversa: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2002; 99(19): A-1311 / B-1116 / C-1044

Breuninger, Helmut

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LNSLNS Wir danken den Kollegen für ihre interessanten Beiträge. Mehr oder weniger werden darin Frühphasen angesprochen. Diese sind in der Tat nicht so charakteristisch wie die gezeigten Spätphasen und könnten mit lokalen Follikulitiden oder ähnlichem verwechselt werden. Differenzialdiagnostisch ist hier eine histopathologische Untersuchung von Vorteil, wie im Beitrag vom Kollegen Basten vorgeschlagen. Die Exzision in der Frühphase fällt natürlich klein aus und heilt ohne Naht gut ab. Da die Erkrankung multilokulär auftritt, ist mit weiteren Herden und Rezidiven zu rechnen. Nicht nur in der Frühphase dürften deshalb auch bestimmte Maßnahmen gerechtfertigt und sinnvoll sein wie Nikotinentzug, richtiges Hygieneverhalten und lokale Hautpflegemaßnahmen wie sie die Kollegen Petersen und Gosch vorschlagen. Von einer längeren Behandlung mit Cyproteronacetat nach Kollegen Porezag raten wir wegen des unkalkulierbaren Nebenwirkungsrisikos (Thromboembolien, Hepatotoxizität und anderen) und des begrenzten Nutzens ab; ohnehin ist das Präparat für die Therapie männlicher Patienten nicht geeignet.
Hat sich jedoch die fistulierende Erkrankung etabliert, ist nur die Exzision dieser Fisteln weit im Gesunden angezeigt. Die von Kollegen Petersen erwähnten „verstümmelnden Eingriffe“ müssen ja nur wegen der stattgehabten Verschleppung durch jahrelange Fehlbehandlung (zu lange dauernde konservative Ansätze, nur Inzisionen, statt Exzisionen) erfolgen. Die Sekundärheilung ist im Übrigen recht schmerzarm und wenig einschränkend, wenn auch zeitlich länger dauernd. Gerade durch die operative Frühbehandlung kann man spätere gravierende Folgen vermeiden. Jedenfalls ist nicht gerechtfertigt – wie in den Beiträgen Petersen und Gosch vielleicht missverständlich ausgedrückt – wegen einer „Rezidivrate“ von 50 Prozent die sanierende komplette Exzision als Mittel der Wahl zu unterlassen, zumal echte Rezidive nicht so häufig und weniger ausgedehnt sind. Meist treten Pseudorezidive auf, das heißt neue Herde außerhalb des Operationsgebietes.

Für die Verfasser:
Prof. Dr. med. Helmut Breuninger
Universitäts-Hautklinik
Liebermeisterstraße 25
72076 Tübingen

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