ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2002Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland seit 1945

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Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland seit 1945

Dtsch Arztebl 2002; 99(19): A-1312 / B-1100 / C-1028

Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung und Bundesarchiv

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Sozialpolitik
Handbuch mit Quellenband
Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung und Bundesarchiv (Hrsg.): Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland seit 1945. Band 2/1: 1945–1949. Die Zeit der Besatzungszonen. Sozialpolitik zwischen Kriegsende und der Gründung zweier deutscher Staaten. Nomos Verlag, Baden-Baden, 2001, XII, 1189 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag, 81A, Band 2/2: Dokumente, 681 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag, 71€


In der so genannten „Stunde null“ wurden die Weichen für die Sozialpolitik in Deutschland gelegt. Bereits vor dem Zusammenbruch des Dritten Reiches waren Teile der Sozialverwaltung nicht mehr funktionsfähig. Die Besetzung Deutschlands und die Aufteilung in Besatzungszonen verschärften die Probleme. So hatte die Sozialpolitik nach 1945 zunächst etwas Improvisatorisches an sich. Akteure waren vor allem die Kommunen und Kreise. Wie die Handlungsfelder der Sozialpolitik in den unmittelbaren Nachkriegsjahren in Ost- und Westdeutschland aussahen, das kann man jetzt in einem Handbuch nachlesen, dessen zweiter Band (in zwei Teilbänden) sich mit der Zeit zwischen 1945 und 1949 befasst.
Es handelt sich dabei im wahrsten Sinne um ein Jahrhundertprojekt, denn es sind insgesamt 21(!) Bände geplant. Die Vorarbeiten dazu begannen bereits Mitte der 1990er-Jahre, und der Abschlussband mit der Darstellung der Jahre 1989 bis 1994 soll – wenn alles nach Plan verläuft – bis 2003 vorliegen.
Auch das Gesundheitswesen und die Sicherung bei Krankheit und im Pflegefall werden ausführlich behandelt. In einem Unterkapitel werden zunächst die Rahmenbedingungen für die Reorganisation des Gesundheitswesens nach 1945 dargestellt. Es folgt eine detaillierte Beschreibung der Probleme und Strukturen des west- und ostdeutschen Gesundheitswesens vor der Gründung der Bundesrepublik beziehungsweise der DDR.
Das Besondere an diesem Projekt ist, dass es zu jedem einzelnen Handbuch einen Quellenband gibt. In der vorliegenden Dokumentensammlung stößt man unter anderem auf so entlegene Quellen wie die Entscheidung des Amtsgerichts Meiningen über Schwangerschaftsunterbrechung nach Vergewaltigung aus dem Jahre 1946 oder auf zentrale Dokumente wie die Grundsätze für die Reform der Sozialversicherung in Deutschland, die der Alliierte Kontrollrat 1946 diskutierte. Robert Jütte
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