ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2002Vitamine: Belastende Absprachen

VARIA: Wirtschaft

Vitamine: Belastende Absprachen

Dtsch Arztebl 2002; 99(19): A-1314 / B-1119 / C-1047

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Der Schweizer Pharmakonzern Roche AG hat im Jahr 2001 mit 29,2 Milliarden Schweizer Franken (CHF) sechs Prozent mehr umgesetzt als im Vorjahr. Der Konzerngewinn schrumpfte um 57 Prozent auf 3,7 Milliarden CHF. Roche führt den Gewinneinbruch auf den Verkauf von Genentech-Aktien, Restrukturierungskosten und Rückstellungen zurück. Für das Jahr 2002 erwartet die Roche-Gruppe „ein Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Bereich“. Wegen des schwierigen Börsenumfeldes erwartet der Konzern, dass die Netto-Finanzerträge dieses Jahr deutlich geringer ausfallen werden.
Die Bilanz weist Marketing und Vertrieb als die größten Kostenfaktoren aus: Sie verschlangen 2001 8,5 Milliarden CHF, gefolgt von der Produktion, die mit 8,3 Milliarden CHF zu Buche schlug. Es folgen Forschung und Entwicklung mit 3,9 Milliarden CHF. Der größte Umsatzblock ist der Pharmabereich: Er spülte 18,7 Milliarden CHF in die Roche-Kassen und erzielte einen Betriebsgewinn von 3,7 Milliarden CHF – plus 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Bereich Diagnostics setzte 6,9 Milliarden CHF um bei einem Betriebsgewinn von einer Milliarde CHF (plus 21 Prozent). Der Bereich Vitamine und Feinchemikalien trug 3,5 Milliarden CHF zum Umsatz bei, der Betriebsgewinn lag bei 0,3 Milliarden CHF (minus 30 Prozent).
Der Bereich Vitamine und Feinchemikalien kostete Roche viel Geld: Mit BASF, Rhône-Poulenc und einigen japanischen Vitamin-Herstellern hatten die Baseler ein ausgeklügeltes System von flexiblen Preisabsprachen organisiert, das unter dem Titel „Vitaminkartell“ Schlagzeilen machte. Sehr zum Unmut der Kartellwächter: Der oberste EU-Wettbewerbshüter, Mario Monti, hat gegen Roche eine Strafe in Höhe von 525 Millionen Euro verhängt. Außerdem hat Roche für weitere anhängige Klagen in Sachen Vitaminkartell Rückstellungen in Höhe von 760 Millionen CHF gebildet. EB
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