ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2002Entstehung einer Skaphoidpseudarthrose: Gewisse Resterkrankung bleibt

MEDIZIN: Diskussion

Entstehung einer Skaphoidpseudarthrose: Gewisse Resterkrankung bleibt

Dtsch Arztebl 2002; 99(20): A-1381 / B-1154 / C-1079

Hans, Axel

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LNSLNS Den Autoren ist für ihre Übersicht zum jetzigen Stand der komplizierten Skaphoidfraktur zu danken. Es scheint aber gerade in der Schlussfolgerung weit überzogen, wenn die Autoren davon sprechen, dass Skaphoidpseudarthrosen sicher sehr selten wären, wenn der Arzt alles täte, um eine Skaphoidfraktur auszuschließen.
Zum Einen ist nicht bei jedem Patienten mit einer Handgelenksdistorsion und unauffälligem Röntgenbild von einer Skaphoidfraktur auszugehen. Zum Anderen ist es bei der heutigen Situation auch nicht möglich, bei jedem der Bagatellunfälle ein Kernspintomogramm des Handgelenks anzuschließen. Oft handelt es sich aber um vom Patienten nicht ernst genommene Verletzungen, die anfänglich auch wenig Beschwerden verursachen. Sicher sollte eine kritische klinische Untersuchung wie auch eine nach etwa einer Woche wiederholte Röntgenaufnahme erfolgen. Aber auch hier muss gesagt werden, dass die unverschobenen und konservativ behandelten Frakturen nicht alle eine zufriedenstellende Durchbauung erreichen.
Es bleibt festzuhalten, dass aufgrund der ungünstigen Durchblutungssituation und der erhöhten mechanischen Belastung des Scaphoids Frakturen trotz korrekter ärztlicher Behandlung zu einem gewissen Prozentsatz in eine Pseudarthrose einmünden.
In diesem Zusammenhang wäre auch die Frage zu stellen, welche Therapie die Autoren bei avitalem proximalen Fragment vorschlagen, zumal die alleinige Polresektion ebenfalls schlechte Ergebnisse bringt. Für eine Triplearthrodese ist wiederum die Integrität des Kahnbeins zur Abstützung gegen den Radius erforderlich und eine komplette Handgelenksarthrodese kann in unseren Augen lediglich als Ultima Ratio bei fortgeschrittener Arthrose angesehen werden.

Dr. med. Axel Hans
Evangelisches Krankenhaus Bergisch Gladbach
Postfach 20 03 47, 51433 Bergisch Gladbach

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