ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2002Neoadjuvante Brustkrebs-Therapie: Letrozol ist effektiver als Tamoxifen

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Neoadjuvante Brustkrebs-Therapie: Letrozol ist effektiver als Tamoxifen

Dtsch Arztebl 2002; 99(20): A-1388 / B-1180 / C-1107

EB

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LNSLNS Der Aromatasehemmer Letrozol (Femara®, Novartis) hat sich in der neoadjuvanten Therapie des Mammakarzinoms um als rund 50 Prozent effektiver als Tamoxifen bei Patientinnen mit positivem Östrogen- oder Progesteron-Rezeptorstatus erwiesen. Auch lassen sich nach Vorbehandlung mit Letrozol wesentlich mehr Operationen brusterhaltend durchführen. Dies belegt eine Studie von Ellis et al., die im Journal of Clinical Oncology veröffentlicht wurde (9/2001).
Eine deutliche Überlegenheit von Letrozol zeigt die Studie in der Subgruppe der Frauen mit Tumoren, die die Wachstumsfaktoren ErbB-1 oder ErbB-2 (HER2/neu) überexprimieren. Hier sprachen 88 Prozent der Frauen auf eine Letrozol-Behandlung an im Vergleich zu nur 21 Prozent auf Tamoxifen.
In die Studie wurden 324 postmenopausale Frauen randomisiert, deren erstmals aufgetretener Tumor zu groß für eine brusterhaltende Operation gewesen war. Die Behandlung mit 2,5 mg Letrozol oder 20 mg Tamoxifen wurde über eine Dauer von vier Monaten fortgeführt. Die Ansprechrate unter Letrozol betrug in der Auswertung von Ellis 60 Prozent, knapp die Hälfte der behandelten Frauen (48 Prozent) konnte anschließend brusterhaltend operiert werden. Unter Tamoxifen sprachen 41 Prozent der Patientinnen auf die Behandlung an; gut ein Drittel (36 Prozent) konnte brusterhaltend operiert werden.
Biologische Marker können Therapiechancen vorhersagen
Positiv überrascht haben besonders die Ergebnisse in der kleinen Untergruppe der Frauen mit Tumoren, die ErbB-1 oder -2 überexprimieren. Hier sprachen 15 von 17 mit Letrozol behandelten Frauen auf die Therapie an – im Vergleich zu nur vier
von 19 Patientinnen unter Tamoxifen. Dieser Befund ist auch deshalb interessant, weil frühere Studienergebnisse vermuten ließen, dass insbesondere ErbB-2-(HER2/neu-)positive Mammakarzinome Tamoxifen-resistent sind. Gleichzeitig weist das Ergebnis darauf hin, dass es sinnvoll ist, biologische Marker zu identifizieren, anhand derer sich die Erfolgschancen einer bestimmten Therapie vorhersagen lassen.
„Doch selbst ohne den ErbB-1- und -2-Status zu kennen, kristallisieren sich die Aromatasehemmer als effektivere Therapie heraus – und zwar sowohl in der First-Line-Therapie des metastasierenden hormonabhängigen Mammakarzinoms als auch in der primär systemischen Behandlung“, so Prof. Wolfgang Eiermann (München).
Die überlegene Effektivität des Aromatasehemmers Letrozol gegenüber Tamoxifen in der Fist-Line-Therapie wurde im Mai 2001 in einer Studie von Mouridsen et al. gezeigt. Die Studien zur adjuvanten Situation sind noch nicht abgeschlossen. EB
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