ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2002Belgien: Sterbehilfe erlaubt

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Belgien: Sterbehilfe erlaubt

Dtsch Arztebl 2002; 99(21): A-1400 / B-1168 / C-1092

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LNSLNS Das Parlament knüpft die Legalisierung an strenge Bedingungen.
Belgien hat am 16. Mai als zweites Land weltweit nach den Niederlanden die bedingte Sterbehilfe legalisiert. Das belgische Parlament stimmte mit 86 zu 51 Stimmen für eine entsprechende Gesetzesvorlage. Zehn Abgeordnete enthielten sich. Das Gesetz soll in etwa drei Monaten in Kraft treten. Die Voraussetzungen für den „sanften Tod“ sind in dem Gesetz streng geregelt; gleichzeitig soll ein zweites Gesetz den Patienten eine Schmerztherapie garantieren. Der belgische Senat hatte bereits im Oktober vergangenen Jahres seine Zustimmung gegeben.
Den Anstoß zu der Gesetzesänderung hatte die seit Juni 1999 regierende Koalition aus Liberalen, Sozialisten und Grünen gegeben. Die Christsozialen lehnen das Gesetz ab und drohen mit gerichtlichen Schritten. Umfragen zufolge unterstützt eine Mehrheit der belgischen Bevölkerung das Sterbehilfe-Gesetz.
Das Gesetz sieht strenge Reglementierungen vor: Ein Arzt darf nur dann Sterbehilfe leisten, wenn sein Patient „infolge eines Unfalls oder einer unheilbaren Krankheit“ ein „dauerndes und unerträgliches physisches oder psychisches Leiden“ ertragen muss und sich in einer „medizinisch ausweglosen Situation“ befindet. Der Patient muss „freiwillig, überlegt und wiederholt“ um Sterbehilfe bitten.
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