ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2002Therapie mit Statinen: Auf periphere Neuropathie achten

AKTUELL: Akut

Therapie mit Statinen: Auf periphere Neuropathie achten

Dtsch Arztebl 2002; 99(21): A-1401 / B-1169 / C-1093

Meyer, Rüdiger

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Unter der Behandlung mit HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren, den so genannten Statinen, kann es zu einer peripheren Neuropathie kommen. Eine dänische Fall-Kontroll-Studie in Neurology (2002; 58: 1333–1337) zeigt ein deutlich erhöhtes relatives Risiko. Die absolute Inzidenz scheint jedoch niedrig zu sein.Vereinzelte Fallberichte und eine epidemiologische Studie hatten Statine in den Verdacht gebracht, eine periphere Neuropathie auszulösen, die zu Muskelschwäche, Sensibilitätsstörungen und Schmerzen führen kann. Deshalb entschlossen sich David Gaist und seine Mitarbeiter der Universität von Südschweden in Odense, eine bevölkerungsbasierte Fall-Kontroll-Studie durchzuführen. In einem Krankenregister suchten sie alle Diagnosen einer peripheren Neuropathie ohne bekannte Ursache (wie etwa Diabetes mellitus).

Sie fanden in der Provinz Fünen 166 Patienten, von denen die Diagnose in 35 Fällen gesichert war. In 54 Fällen wurde eine Erkrankung als wahrscheinlich und in 77 Fällen als möglich angesehen. Neun Patienten mit peripherer Neuropathie hatten Statine eingenommen, wie der Abgleich mit einem Verschreibungsregister zeigte. Dies deutet auf eine geringe Inzidenz dieser Nebenwirkung hin. Das relative Risiko war jedoch hoch. In der Gesamtgruppe war es um den Faktor 3,7 höher. Noch deutlicher war der Zusammenhang in einigen Untergruppen: Patienten mit einer gesicherten Diagnose hatten 14,2fach häufiger Statine eingenommen als die Kontrollen, und Patienten, die länger als zwei Jahre Statine eingenommen hatten, erkrankten sogar 26,4fach häufiger an einer peripheren Neuropathie. Trotz weiterer Konfidenzintervalle waren alle Ergebnisse signifikant. Dennoch scheint die Inzidenz eher gering zu sein.

Gaist betont in einer Pressemitteilung der American Academy of Neurology, dass der Nutzen der Behandlung mit Statinen für die Patienten bei weitem größer ist als die Gefahr, an einer peripheren Neuropathie zu erkranken. Dennoch sollten Ärzte während einer Statin-Therapie auf diese mögliche Nebenwirkung achten. Rüdiger Meyer
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Anzeige