ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2002Patientenquittung: Staunen über die geringe Vergütung

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Patientenquittung: Staunen über die geringe Vergütung

Dtsch Arztebl 2002; 99(21): A-1402 / B-1193 / C-1119

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Die Mehrzahl der Patienten befürwortet das Modell. Foto: dpa
Die Mehrzahl der Patienten befürwortet das Modell.
Foto: dpa
Die KV Rheinhessen hat vier Wochen nach dem Projektstart Ärzte befragt.

Bereits vier Wochen nach dem Beginn des Modellversuchs „Patientenquittung“ in Rheinland-Pfalz liegen erste Zwischenergebnisse aufgrund einer Umfrage der KV Rheinhessen vor. Bei dem Projekt werden den Patienten im Einzugsbereich der KV in 22 Praxen unmittelbar nach dem Arztbesuch Quittungen ausgehändigt, aus denen die erbrachten ärztlichen Leistungen und deren voraussichtliche Vergütung hervorgeht. Weitere 48 Arztpraxen erstellen Quartalsquittungen.
Auf die Umfrage haben 13 der 22 Praxen mit Tagesquittungen geantwortet. Ein Drittel davon gibt an, dass nahezu alle Patienten Interesse an der Auflistung der ärztlichen Leistungen haben, ein weiteres Drittel hat hingegen in den ersten Wochen die Erfahrung gemacht, dass nicht einmal jeder zehnte Patient eine Quittung haben möchte. In den übrigen Arztpraxen ist das Interesse der Patienten mäßig vorhanden.
Mehr als die Hälfte der teilnehmenden Ärzte beurteilt das Projekt nach Angaben der KV derzeit überwiegend positiv. Bemängelt wird allerdings der außerordentliche Zeitaufwand, der sowohl für den Ausdruck als auch für die Beratung der Patienten anfällt. In einzelnen Praxen gibt es offenbar noch Probleme mit der EDV.
Die Versicherten stehen dem Modellversuch in der Mehrzahl positiv gegenüber, zeigen sich jedoch nach Angaben der KV „irritiert, wie gering die Vergütung für die ärztlichen Leistungen ist“.
Der Modellversuch wird vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung wisssenschaftlich begleitet. Mit ersten fundierten Ergebnissen dürfte in etwa einem Jahr zu rechnen sein.
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