ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2002Pflegeversicherung: Falsche Berufsgruppe

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Pflegeversicherung: Falsche Berufsgruppe

Dtsch Arztebl 2002; 99(21): A-1423 / B-1189 / C-1113

Richert, Horst

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LNSLNS . . . In der Frage, wer die Begutachtung der Pflegebedürftigkeit vornehmen soll, halte ich . . . Ärzte für die falsche Berufsgruppe. Warum das? Bei der Beantwortung dieser Frage gibt unsere deutsche Sprache doch schon die Antwort. Wer bitte kann denn die Pflegebedürftigkeit und den Pflegeaufwand eines Patienten besser beurteilen als eine Pflegekraft? Sie hat eine dreijährige Ausbildung im Fach Pflege, und sie ist es, die in ihrer täglichen Arbeit die Pflege durchführt. Ein Arzt hat in seiner Ausbildung lediglich ein sechswöchiges Pflegepraktikum absolviert, er führt keine Pflege durch, sein Bereich ist die Behandlung eines Patienten. Zudem hat nach Vorgabe der Pflegeversicherung die Diagnose bei der Einstufung absolut keine Wertigkeit. Es wird ausschließlich geprüft, inwieweit eine Person in den vier Bereichen Körperpflege, Mobilität, Ernährung und Haushaltsführung einer Pflege und Hilfe bedarf. Das lässt sich, zum Beispiel mit der Bitte, die zu beurteilende Person solle die Knöpfe ihres Kleidungsstücks öffnen und wieder schließen, objektiv beurteilen und ist unabhängig von jeglicher Diagnose.
Horst Richert, Krankenpfleger, Blücherplatz 10, 24105 Kiel
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