ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2002Thomas Mann: Frauen mit Herablassung beschrieben
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LNSLNS Das muss ein Meisterwerk der Literatur sein, in dem Frauen und ihre Leiden mit einer solchen Herablassung beschrieben werden. Thomas Mann gelingt es, alles ins Lächerliche zu ziehen: Menstruation und Menopause, die späte Beziehung einer Frau zu einem viel jüngeren Mann (umgekehrt wäre es ein Zeichen besonderer Lebenskraft), schließlich der Tod durch einen Ovarialtumor.
Thomas Mann spricht in dieser Novelle durch den Arzt. Er lässt uns wissen, welche Genugtuung es bereitet, in krankes Gewebe zu schneiden. Die Diagnosestellung dient dazu, umfangreiches Wissen – im Falle von Thomas Mann allerdings nur angelesenes – auszubreiten. Seine zynischen Worte schneiden schärfer als das Skalpell des Operateurs. In dem Artikel von Prof. Dietl vermisse ich, dass der Verfasser, der selbst Arzt für Frauen ist, sich von dieser Arroganz distanziert.
Dr. med. Patricia Aden, Deutscher Akademikerinnenbund Essen, Taubenstraße 33, 45289 Essen
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