ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2002Psychoanalyse: Ur-Grundsatz missachtet

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Psychoanalyse: Ur-Grundsatz missachtet

Dtsch Arztebl 2002; 99(21): A-1424 / B-1190 / C-1114

Jahn, Ekkehart

Gedanken zur Psychoanalyse und zur Psychotherapie:
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LNSLNS Immanuel Kant hat in seiner Vernunftkritik jeglichen Dogmatismus aus dem Fundament gehoben und ihm den Todesstoß gegeben. Arthur Schopenhauer hat erkannt, dass der Satz vom zureichenden Grunde die Grundlage aller Erkenntnis und Wissenschaft ist. Es gibt erkenntnistheoretisch nur einen einzigen Weg zur empirischen Wahrheit. Alle anderen Wege sind Irrwege.
Dieser Ur-Grundsatz aller empirischen Erkenntnis wurde nicht nur bei der Konzeption von Psychoanalyse und Psychotherapie missachtet,
sondern auch bei der Konzeption der drei herrschenden physikalischen Theorien des 20. Jahrhunderts.
Ich möchte zwei Autoren zitieren:
Prof. Karl Jaspers: Die Psychoanalyse und Psychotherapie attackiert er als „die Religion der privaten Verwirrung. Sie sind Glaubensbewegungen dieses rastlosen Zeitalters. Es ist Philosophie in verwahrloster Gestalt. Die Lehranalyse ist ein raffiniertes Einprägen eines Glaubens gegen Honorar.“
Prof. Kurt Schneider (er war Ordinarius der Psychiatrie in Heidelberg und starb am 27. Oktober 1967 im Alter von 80 Jahren): Mit großer Sorge registrierte Schneider das kritiklose Überwuchern der genannten Theorien. Alles Spekulative war ihm zuwider, alles empirisch nicht Verifizierbare lehnte er ab. Auch den unberechtigten Anspruch des Allgemeingültigen in der Anthropologie duldete er nicht. Es empörten ihn Anmaßungen und Behauptungen, dass man erst mit diesen „neuen Methoden“ dem Kranken gerecht würde.
Dr. Ekkehart Jahn, Sonnenbühl 29, 75249 Kieselbronn
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