ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2002GKV: Keine Gleichbehandlung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Clade schreibt richtig, dass die oben auf die Agenda gesetzte Transparenz bei der angekündigten Strukturreform im Gesundheitswesen weder von den Parteien, Gewerkschaften oder Arbeitgebern gewünscht wird. Es besteht somit ein Kartell der Scheinheiligen, die nur Fensterreden halten. Aber niedergelassene Ärzte, als sozusagen letzte Meile im Gesundheitswesen, sollen die Finanzierung offen legen und hierfür die Kosten tragen. Das ist keine Gleichbehandlung gegenüber anderen im Gesundheitssystem. Dabei wäre es so einfach, die differenzierten Geschäftsberichte ins Internet zu stellen wie medizinische Leitlinien. Aber dann würden unter der Kontrolle der Öffentlichkeit vielleicht Fragen gestellt, die die „Landschaftspflege“ auf Kosten der Solidargemeinschaft und Annehmlichkeiten der Nutznießer gefährden.
Kann bei einem Gesundheitssystem, dessen Patienten/Verbraucher zu 90 % dieser Solidargemeinschaft angehören und es bezahlen, diesen die Rechenschaft über jeden hier ausgegebenen Euro verweigert werden? Wenn zum Beispiel bei Ausgaben für umstrittene Medikamente oder neue Technologien dann Geld für qualifiziertes Personal im Krankenhaus fehlt? Diese Transparenz der Finanzierung für Patienten/ Verbraucher wäre neben beweisgestützter Medizin der eigentliche strategische Fortschritt zur Verbesserung des Gesundheitswesens . . .
Dr. med. Klaus Blumberg, Zum Altmühlspitz 5, 93309 Kelheim
Anzeige

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Anzeige

Stellenangebote