BÜCHER

Brücken zum Leben

Dtsch Arztebl 2002; 99(21): A-1427 / B-1212 / C-1140

Luban-Plozza, Boris

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LNSLNS Biografie
Ein psychosomatischer „Familienarzt“

Boris Luban-Plozza: Brücken zum Leben. Erinnerungen, zusammengestellt und kommentiert von einem Freund. Schwabe & Co. AG Verlag, Basel, 2001, 90 Seiten, 16 Abbildungen, 23 €
Über die so bedeutsamen Beziehungen zwischen Patient und Arzt hinaus sind die Beziehungen zwischen Gesunden und Kranken, zwischen Menschen überhaupt wesentlich für Gesundheit und Krankheit, Familie, Schule, Arbeit, Freizeit, Freunde, wo und wie man lebt, spielen Rollen von großem Einfluss. Der Arzt Boris Luban-Plozza hat diese Beziehungen von Kind an als Sohn eines Arztes im einsamen Bergtal des südlichen Graubünden bei der Begleitung auf Krankenbesuchen seines Vaters erfahren, die Unterschiedlichkeit verschiedener Patienten in Beschwerdeschilderung und Suche nach ärztlicher Hilfe.
Selbst Arzt geworden, hat Luban-Plozza sich ganz dieser „Beziehungsmedizin“ gewidmet und seine Erfahrungen in Fortbildung und Veröffentlichungen mit Engagement verdienstvoll weit verbreitet, auch bei Fachberufen im Gesundheitswesen und durch besonderes Engagement in der Förderung von Studenten. Die Arbeit Michael Balints, die Balint-Gruppen, wurde von Luban-Plozza breit propagiert, später ergänzt durch die so genannten Monte-Verità-Gruppen mit Patienten und Familienangehörigen – von der WHO als „Ascona-Modell“ anerkannt.
Eine Stiftung für Psychosomatik und Sozialmedizin, die Internationalen Ascona-Gespräche, die Monte-Verità-Gruppen – seit 30 Jahren haben Erkenntnis und Bewusstsein bei vielen vertieft, dass Empathie und Mitmenschlichkeit ärztliches Tun, Diagnostik und Therapie entscheidend ergänzen.
Die Bedeutung der „Droge Arzt“ und deren therapeutische Nutzung – nicht zuletzt auch in der Allgemeinmedizin – hat Luban-Plozza in faszinierender Weise vermittelt. Die Bundes­ärzte­kammer hatte ihm im Jahre 1984 die Ernst-von-Bergmann-Plakette verliehen, ein wohlverdienter Dank, wie die Lektüre des Buches beweist. Leben und Arbeit eines umfassend gebildeten und psychosomatisch wirkenden „Familienarztes“. Erwin Odenbach
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