ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2002Chirurgie bei Temporallappenepilepsie

MEDIZIN: Referiert

Chirurgie bei Temporallappenepilepsie

Dtsch Arztebl 2002; 99(21): A-1441 / B-1207 / C-1129

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LNSLNS Eine kanadische Studie demonstrierte die Überlegenheit eines neurochirurgischen Vorgehens gegenüber einer medikamentösen Therapie in der Behandlung der Temporallappenepilepsie. Bei diesem Krankheitsbild, das sich häufig bereits in der Kindheit manifestiert, kommt es zu komplexen psychischen, gustatorischen, olfaktorischen oder autonomen Missempfindungen, manchmal verbunden mit stereotypen Bewegungsabläufen, teilweise mit, teilweise ohne Beeinträchtigung des Bewusstseins. Die übliche Behandlung besteht in der langfristigen Gabe von Antiepileptika.
Randomisiert kontrolliert wurde in einer Gruppe von 80 Patienten mit diesem Krankheitsbild eine partielle Resektion des Temporallappens oder eine konservative Therapie durchgeführt. Nach einem Jahr waren in der chirurgisch behandelten Gruppe 58 Prozent der Patienten ohne Anfälle, in der medikamentös behandelten Gruppe nur 8 Prozent. Unerwünschte Nebenwirkungen der chirurgischen Therapie traten bei 10 Prozent der Patienten auf, einer der medikamentös behandelten Patienten verstarb aus unklarer Ursache.
Die Autoren sehen bei der Temporallappenepilepsie die chirurgische Therapie gegenüber einer medikamentösen Therapie als überlegen an und sprechen sich dafür aus, diese Therapieform in Empfehlungen für die Patienten zu berücksichtigen. acc

Wiebe et al.: A randomized, controlled trial of surgery for temporal-lobe epilepsy. N Eng J Med 2001; 345: 311–318.

Dr. Wiebe, London Health Sciences Centre, University Campus, 339 Windermere Road, London, ON N6A, 5A5, Kanada.

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