ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2002Innenarchitektur: Patienten die Angst nehmen

STATUS

Innenarchitektur: Patienten die Angst nehmen

Dtsch Arztebl 2002; 99(21): A-1464 / B-1224 / C-1144

Klinkhammer, Gisela

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Es ist sicher kein Einzelfall: Alteingesessene Praxen werden an junge Kollegen weitergegeben; die über Jahrzehnte wohl funktionierenden Praxisräume entsprechen nicht mehr dem heutigen Geschmack und den technischen Anforderungen; Technologie und Behandlungsmethoden haben sich geändert.
Fotos: Schoepf+Partner
Fotos: Schoepf+Partner
Bei der Übernahme von bestehenden Arztpraxen erscheint es also oft notwendig, die vorhandenen Räume neu zu gestalten. Das Erscheinungsbild der Praxis soll den frischen Wind widerspiegeln, und nicht zuletzt sollen auch neue Patienten gewonnen werden. Ein Beispiel für eine solche Neugestaltung ist der Umbau einer Praxis in Kaufering/Landsberg, den ein Team aus Kaufleuten, Innenarchitekten und Architekten konzipiert und umgesetzt hat. Die internistische Hausarztpraxis wurde nach 30 Jahren in die nächste Generation übergeben. Sie sollte, so das Wuppertaler Architektur- und Innenarchitekturbüro Schöpf und Partner, „zeitgemäß umgebaut werden, um der neuen Generation und den veränderten Funktionsabläufen zu entsprechen“. Die Grundidee war, die Praxis offen und transparent zu gestalten. Dafür wurde ein Teil der Wände in dem vorher schmalen, dunklen Raum entfernt. Die gesamte Praxis soll eine warme und behagliche Atmosphäre ausstrahlen, die den Patienten die Angst nimmt. Material und Farbe wurden den Innenarchitekten zufolge sorgsam aufeinander abgestimmt. Der Anmeldebereich wurde aus Buche, die Schrank- und Arbeitsflächen wurden in einem hellen Grau gefertigt (Foto). Im Eingangsbereich dominieren ein kräftiges Gelb und Blau; die gerundete Wand setzt sich in einem kräftigen Gelb-Orange ab. Gerade die Farbgebung kann auch bei der Neugestaltung von Krankenhäusern eine große Rolle spielen, wie die Arbeit der Künstlerin Andrea Pichl verdeutlicht.
Abbildung: Andrea Pichl
Abbildung: Andrea Pichl
Ein Beispiel dafür ist die Berliner Eiermann-Klinik in Beelitz-Heilstätten, die unter anderem künftig als Hospiz und Schule für Querschnittsgelähmte genutzt wird. Ziel war, so Pichl, „eine Corporate Identity aus architektonischen Umbauten und künstlerischen Lösungen für den Gang und die Außenbereiche“ zu entwickeln. Für die Flächen der so genannten Ruhezonen zwischen den Stationsbereichen sieht die Künstlerin eine großflächige Bepflanzung vor. Jedes Feld soll in einer Farbe blühen und über das Jahr seine Struktur verändern. Pichl stimmte die Farben mit der geplanten Lichtinstallation im Gang ab: „Sie werden einem Feld zugeordnet und sind somit auch eine Orientierung von innen und außen.“ In der Loggia werden sechs Sitzblöcke so angeordnet, dass sie in ihrer Farbigkeit ein begehbares Modell der Krankenhausanlage bilden (Abbildung). In ähnlicher Weise hat Pichl die Parkklinik Weißensee in Berlin gestaltet.
Weitere Informationen: Schoepf + Partner, Telefon: 02 02/8 20 41, www.schoepf-partner.de; Andrea Pichl, Telefon: 0 30/4 42 10 98. Kli
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.