ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2002Mobilfunk: Mangel an Informationen

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Mobilfunk: Mangel an Informationen

Dtsch Arztebl 2002; 99(22): A-1469 / B-1229 / C-1149

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15 000 weitere Mobilfunkanlagen sind geplant. Foto: BilderBox
15 000 weitere Mobilfunkanlagen sind geplant. Foto: BilderBox
Fachtagung zu Mobilfunkstrahlen in Berlin
Ungeachtet massiver Bedenken von Umweltschützern, Bürgerinitiativen und Anrainern werden bis Ende 2003 bis zu 15 000 zusätzliche Mobilfunksendeanlagen errichtet. Notwendig macht dies die neue Mobilfunktechnologie UMTS (Universal Mobile Telecommunications System), die in den nächsten Jahren in Deutschland zum Einsatz kommen soll.
Bislang konnten gesundheitliche Schäden durch Mobilfunksendeanlagen weder nachgewiesen noch widerlegt werden. Unbestritten ist aber, dass Informationsbedarf bei vielen Betroffenen besteht. Darauf verwies auch Ulrike Höfken (Bündnis 90/Die Grünen), stellvertretende Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Verbraucherschutz, bei einer Fachtagung zum Thema „Netzausbau“ in Berlin. „Wir werden den Dialog mit den besorgten Bürgern ebenso wie mit der Mobilfunkindustrie führen“, sagte Höfken.
Für Dr. med. Ingeborg Ruppe, Bundesanstalt für Arbeitsschutz, steht fest, dass die bestehenden Grenzwerte in Deutschland ausreichend Schutz vor gesundheitlichen Schäden bieten. Das hätten auch Versuche mit Probanden gezeigt. Prof. Dr. Wolfgang Weiss, Bundesamt für Strahlenschutz, verwies auf andere Strahlenquellen, wie Rundfunkantennen, die bis zu hundertfach höhere Strahlungswerte aufweisen könnten. Mobilfunksendeanlagen müsse man deshalb als eine unter vielen Strahlenquellen sehen, so Weiss.
In der Vergangenheit wurde insbesondere von Ärzten gefordert, dass eine gesundheitliche Gefährdung durch Mobilfunksendeanlagen zumindest erwogen werden müsse. Prof. Dr. med. Heyo Eckel, Präsident der Ärztekammer Niedersachsen und Vorsitzender des Ausschusses „Umwelt und Gesundheit“ der Bundes­ärzte­kammer, sprach sich wiederholt dafür aus, die Forschung auf diesem Gebiet zu verstärken und die bestehenden Grenzwerte in Deutschland kritisch zu überprüfen.
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