ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2002Tacrolimus: Auch für Kinder mit atopischer Dermatitis

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Tacrolimus: Auch für Kinder mit atopischer Dermatitis

Dtsch Arztebl 2002; 99(22): A-1527

Hoc, Siegfried

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LNSLNS Die atopische Dermatitis, die häufig als Neurodermitis bezeichnet wird, kann prinzipiell in jedem Lebensalter erstmals auftreten; vorwiegend beginnt die Erkrankung aber im Kindes- oder Jugendalter – und vor allem in der Säuglingszeit. Nur bei etwa 40 Prozent der Betroffenen bilden sich die Symptome bis zum Erwachsenenalter wieder zurück. Ein neues Dermatologikum (Protopiv®), das Fujisawa Deutschland jetzt in den Handel bringt, könnte in Zukunft das Leben der Betroffenen erleichtern.
Im akuten Schub der Erkrankung – gekennzeichnet durch gerötete, ekzematöse und stark juckende Haut – steht der Einsatz von topischen Kortikosteroiden immer noch an erster Stelle der Therapie. Das könnte sich mit der Einführung des Macrolactam-Derivates Tacrolimus in Form einer Salbe ändern.
Das Präparat Protopic® bietet für die Therapie der mittelschweren und schweren atypischen Dermatitis vollkommen neue Optionen: Denn im Gegensatz zu den topischen Corticosteroiden ist die Tacrolimus-Salbe auch zur intermittierenden Langzeitbehandlung und zur Behandlung besonders empfindlicher Hautareale wie Gesicht und Hals geeignet. Protopic® schließt darüber hinaus eine Lücke in der Behandlung von Kleinkindern und Kindern, von denen das Arzneimittel ebenso gut vertragen wird wie von Erwachsenen.
Wie Prof. Thomas Bieber (Bonn) auf der Einführungspressekonferenz in München mitteilte, sind in weltweiten klinischen Studien, in die sowohl Erwachsene als auch Kinder ab dem zweiten Lebensjahr einbezogen waren, mehr als 10 000 Patienten mit Protopic® erfolgreich behandelt worden. Dr. Doris Staab (Berlin) bezeichnete die Substanz als eine erhoffte Alternative für die Behandlung der atopischen Dermatitis im Kindesalter. Eine Kurzzeit- und eine Langzeitstudie über zwölf Monate belegen die Wirksamkeit und Sicherheit der Tacrolimus-Salbe bei Kindern. Als einzige lokale Nebenwirkung wird ein Brennen nach dem Auftragen angegeben, das nach einigen Tagen der Anwendung nicht mehr auftritt.
Die spezifische Wirksamkeit von Protopic® erklärt sich durch das direkte Einwirken auf das immunologische Ungleichgewicht der Erkrankung. Durch den Wirkstoff wird die Ausschüttung von Entzündungsmediatoren und Zytokinen deutlich reduziert und die normale Funktion der T-Lyphozyten und anderer Immunozyten in der Haut wiederhergestellt. Dadurch wird der Entzündungsprozess gestoppt, Rötung und Juckreiz lassen nach. Siegfried Hoc
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