ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2002Floriade: Weltausstellung des Gartenbaus

VARIA: Feuilleton

Floriade: Weltausstellung des Gartenbaus

Dtsch Arztebl 2002; 99(22): A-1525 / B-1297 / C-1214

Janßen, Henning

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Eine Entdeckungsreise in die Welt der Pflanzen, Blumen und Bäume

Exotische Gärten, architektonische Superlative und die grüne Welt von morgen: Der Duft von Millionen Blumen liegt über dem Gelände der „Floriade 2002“, der Weltausstellung des Gartenbaus in Haarlemmermeer bei Amsterdam. „Feel the art of Nature“ lautet das Motto, das in mehr als 300 Beiträgen von verschiedenen Ländern, Verbänden und Unternehmen auf einer Fläche von 65 Hektar verwirklicht werden soll. Noch bis zum 20. Oktober sind die Gartentore der Floriade geöffnet; drei Millionen Besucher werden erwartet. Eine Floriade findet nur alle zehn Jahre statt.
Die Ausstellung lädt zum Riechen, Fühlen, Sehen und Schmecken ein. Asiatische und europäische Gärten, schwimmende Anlagen, moderne Gewächshäuser – die Floriade ist eine Reise durch die Flora
der verschiedenen Kontinente. Der Park besteht aus drei unterschiedlichen Teilbereichen. Im Parkbereich „am Hügel“ steht das von weitem sichtbare Wahrzeichen der Floriade – Big Spotters’ Hill. Dieser künstliche und mit Gras bewachsene Hügel ist 40 Meter hoch und besitzt die geometrische Grundfläche der Cheopspyramide. Sein Fundament liegt 4,40 Meter unter dem Meeresspiegel, und es wurden 40 000 LKW-Ladungen Sand und Geröll aufgeschichtet, um Big Spotters’ Hill zu errichten. Auf dem Gipfel werden die „Bergsteiger“ mit einer einmaligen Aussicht belohnt. Eine Alternative zu den vielen Treppen bilden kleine Elektroautos, die ihre Passagiere für einen Euro nach oben befördern. Dort thront der alles überragende Raumtempel des niederländischen Künstlers Auke de Vries. In einem großen viereckigen Gestell „schwebt“ über den Köpfen der Besucher eine goldene Kuppel, die das Zusammentreffen von Luft und Erde symbolisieren soll.
Für internationales Flair sorgen die Gärten rund um den See. Die Länderbeiträge, beispielsweise aus Malaysia, Indonesien, Thailand und Japan, lassen im Parkbereich „am See“ einen Hauch aus Fernost spürbar werden. In einem Inselreich mit Häusern und Hütten zieren japanische Kirschbäume, thailändischer Bambus und indonesische Orchideen die Ufer. Im See gewährt die „Grüne Stadt“ einen Blick in den möglichen Alltag des Jahres 2010. Sie steht auf vier stilisierten Inseln, die eine futuristische
Ein großzügiger Wasserlilienteich ist durch schwimmende Wege begehbar. Eine einmalige Gelegenheit zu detaillierten Naturbeobachtungen Fotos: Floriade Archiv
Ein großzügiger Wasserlilienteich ist durch schwimmende Wege begehbar. Eine einmalige Gelegenheit zu detaillierten Naturbeobachtungen Fotos: Floriade Archiv
Stadt, moderne Weide-, Wald- und Wasserlandschaften beherbergen. Auf Häusern wachsen immergrüne Pflanzen, städtische Grünflächen fügen sich harmonisch in das Straßennetz ein, im Zentrum steht eine alte Platane.
Auch zahlreiche Themengärten blühen am See. Im „Traumgarten“ finden Besucher auf verschlungenen Wegen Ruhe und Besinnung. Lichtreflexionen halten den „dynamischen Garten“ in Bewegung, und im „romantischen Garten“ können sich Verliebte vor den Blicken der übrigen Besucher in einer idyllischen Gartenlaube verstecken. Vom Wasser aus bietet sich eine besondere Gelegenheit, die Uferbepflanzung zu bestaunen: an Deck der klassischen Salonboote „Anna van Oranje“, „Titia“ und „Scorpio“.
Ein weiterer Superlativ hat dem Parkbereich „am Dach“ seinen Namen gegeben.
Der Big Spotters’ Hill, ein künstlicher Hügel, bietet fantastische Rundblicke.
Der Big Spotters’ Hill, ein künstlicher Hügel, bietet fantastische Rundblicke.
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Ein 30 000 Quadratmeter großes Glasdach überdeckt die Hälfte eines lang gestreckten Tales. Das Dach ist so groß wie vier Fußballplätze und gleichzeitig mit 21 000 Solarpanelen die weltweit größte Sonnenenergieanlage ihrer Art. Sie deckt den kompletten Energieverbrauch der Floriade. In einen offenen und einen geschlossenen Bereich ist der Raum unter dem Dach aufgeteilt. Im geschlossenen Teil präsentieren sich abwechselnd 40 verschiedene Innenausstellungen, die eine geschützte Umgebung und ein steuerbares Klima benötigen.
Unter dem Dach befindet sich auch eine der beiden großen Bühnen. Dort sorgen Musikgruppen, Theaterensembles und Kleinkünstler für Unterhaltung, ebenso wie auf einer Bühne am See.
Verschiedene Workshops vermitteln nützliche Tipps zum Thema Garten, und an bestimmten Ländertagen stehen einzelne Nationen im Mittelpunkt der Floriade. Der deutsche Nationentag findet am
6. Juli statt. Henning Janßen


Die Floriade 2002 ist bis zum 20. Oktober täglich von 9.30 Uhr
bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 17 Euro für Erwachsene und 8,50 Euro für Kinder von vier bis zwölf Jahren. Für Gruppen gibt es ermäßigte Preise. Informationen: Floriade 2002, Floriadepark 1,
Vijfhuizen, Telefon: 00 31/23/ 56 22 00 2, Fax: 23/56 20 00 2,
Internet: www.floriade.nl

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