ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2002Prophylaxe des ischämischen Schlaganfallrezidivs: Warfarin contra Acetylsalicylsäure

MEDIZIN: Referiert

Prophylaxe des ischämischen Schlaganfallrezidivs: Warfarin contra Acetylsalicylsäure

Dtsch Arztebl 2002; 99(22): A-1522 / B-1278 / C-1196

goa

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LNSLNS Im Rahmen einer multizentrischen randomisierten Doppelblindstudie mit insgesamt 2 206 Patienten untersuchte ein amerikanisches Forscherteam, ob die guten Ergebnisse der Warfarinbehandlung bei kardiogenen Embolien sich auch bei der Präventivbehandlung von ischämischen Schlaganfallrezidiven bei Patienten mit nicht kardioembolischem Schlaganfall in der Vorgeschichte bestätigen.
Zum Vergleich erhielten je 1 103 Patienten 325 mg Acetylsalicylsäure am Tag und je 1 103 Patienten Warfarin in einer Dosierung, mit der INR-Werte von 1,4 bis 2,8 erreicht wurden. Nach zwei Jahren konnten die Forscher dokumentieren, dass sich die beiden Gruppen weder bezüglich der Anzahl ischämischer Schlaganfallrezidive oder Todesfälle verschiedener Ursache noch bezüglich der Blutungsneigung signifikant unterschieden – auch war die ursprüngliche Ursache des Schlaganfalls unabhängig vom Eintreten dieser Ereignisse.
Im Detail zeigt sich die Acetylsalicylsäure bei Patienten nach lakunären Infarkten oder Infarkten der großen Gefäße leicht – aber nicht signifikant – überlegen. Im Gegenzug dazu war Warfarin nur nach kryptogenen Schlaganfällen mit Infarkten entlang der oberflächlichen Hirnkonvexität sowie bei Schlaganfällen ohne Erkrankungen der großen Gefäße (für beide Ereignisse werden klinisch okkulte Embolien oder Koagulopathien diskutiert) geringfügig und ebenfalls nicht signifikant überlegen.
Nachdem die Präventionstherapie mit Warfarin nicht, wie erhofft, bessere Ergebnisse als die herkömmliche Therapie mit Acetylsalicylsäure verspricht, sehen die Autoren für die Patienten, die aus anderen Gründen mit Warfarin behandelt werden, einen positiven Effekt der Therapie. Alle anderen Patienten sind aber mit der Gabe von Acetylsalicylsäure ausreichend versorgt. goa

Mohr JP et al.: A comparison of warfarin and aspirin for the prevention of recurrent ischemic stroke. N Engl J Med 2001; 345: 1444–1451.

JP Mohr, Neurological Institute, Columbia Presbyterian Medical Center, New York, USA

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