ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2002Entschließungen zum Tagesordnungspunkt IV: Zukunft der hausärztlichen Versorgung

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Entschließungen zum Tagesordnungspunkt IV: Zukunft der hausärztlichen Versorgung

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Blick auf Vorstand und Geschäftsführung der Bundesärztekammer. Mit zwei Ärztinnen sind Frauen – gemessen an ihrem Anteil an der gesamten Ärzteschaft – auch im Vorstand deutlich unterrepräsentiert.
Blick auf Vorstand und Geschäftsführung der Bundes­ärzte­kammer. Mit zwei Ärztinnen sind Frauen – gemessen an ihrem Anteil an der gesamten Ärzteschaft – auch im Vorstand deutlich unterrepräsentiert.
Schaffung einer einheitlichen Hausarztqualifikation

Der Deutsche Ärztetag beschließt gemäß Auftrag des 104. Deutschen Ärztetages eine zweigliedrige Struktur für die Weiterbildung zum
- Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin
und
- Facharzt für Innere Medizin/Schwerpunkt xy
auf der Basis des von der Bundes­ärzte­kammer vorgestellten Modells (s. Anlage),
welches als Grundlage für die inhaltliche Ausgestaltung in Vorbereitung der Novellierung der (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung im Jahr 2003 dienen soll.

Hausärztliche Versorgung der Zukunft

Der 105. Deutsche Ärztetag befürwortet das von
der Bundes­ärzte­kammer erarbeitete Modell zur hausärztlichen Versorgung der Zukunft.
Nach diesem Modell wird das derzeit 3-stufige in ein 2-stufiges überführt mit einem 3-jährigen Abschnitt gemeinsamer Weiterbildung.
Die bislang nicht einheitliche Hausarztqualifikation erweist sich als Hindernis, hausärztliche Versorgung sicherzustellen.
Ab 2006 werden nach den Regelungen des § 103 Absatz 4 SGB V nur noch 5-jährig weitergebildete Allgemeinmediziner die hausärztliche Versorgung sicherstellen können. Bereits heute ist belegbar, dass eine ausreichende Zahl Ärztinnen und Ärzte mit diesem Qualifikationsprofil nicht zur Verfügung stehen wird, zumal das Förderprogramm Allgemeinmedizin nur einen Teil seiner Ziele erreichen konnte.
Ein Modell zukünftiger hausärztlicher Versorgung muss Strukturen schaffen, die geeignet sind, eine hoch qualifizierte Patientenversorgung zu gewährleisten, den Nachwuchsmangel in der hausärztlichen Versorgung zu beheben und jungen Ärztinnen und Ärzten eine berufliche Perspektive zu geben. Darüber hinaus muss es sich insbesondere an folgenden Kriterien messen lassen:
- Hohe Durchlässigkeit (Quereinstieg und Rückoption) einschließlich der Anrechenbarkeit von Weiterbildung in möglichst vielen anderen Gebieten
- Größtmögliche Flexibilität bei der Entscheidung für die jeweilige Facharztqualifikation (Zeitachse)
- Sicherstellung von Krankenversorgung und Weiterbildung in den internistischen Abteilungen der Krankenhäuser
- Erfüllung der Forderung nach stärkerer internistischer Prägung hausärztlicher Versorgung
- Ausreichende Qualifikationsmöglichkeiten durch zur Weiterbildung geeignete Stellen im stationären und ambulanten Bereich mit angemessener Vergütung
- Vermeidung von Inländerdiskriminierung
- Rückführung oder Entfall der Pflichtkurse und Integration der Inhalte in die Regelweiterbildung.

Einheit der Inneren Medizin belassen

Die Einheit der Inneren Medizin soll bei der Novellierung der (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung im Jahr 2003 erhalten werden.

Kursweiterbildung Allgemeinmedizin

Der Vorstand der Bundes­ärzte­kammer bzw. die Ständige Konferenz „Ärztliche Weiterbildung“ werden beauftragt, zusammen mit den zuständigen Fachgesellschaften/Berufsverbänden Wege zu finden, die Inhalte der Kursweiterbildung Allgemeinmedizin in die Weiterbildung zu integrieren. Wo dies nicht möglich ist, sollen Wege gefunden werden, die Kursinhalte über Kassenärztliche ereinigungen/Lan­des­ärz­te­kam­mern anzubieten.
Begründung
Ziel ist, die Weiterbildung „Allgemeinmedizin“ ohne zusätzliche Kosten für die Weiterbildenden zu ermöglichen.
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