ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2002Arzt-Beruf: Akzent liegt auf der Bezeichnung „Arzt“

BRIEFE

Arzt-Beruf: Akzent liegt auf der Bezeichnung „Arzt“

Dtsch Arztebl 2002; 99(23): A-1601 / B-1351 / C-1265

Szutrely, H. Peter

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LNSLNS Ich kenne den Kollegen in dem „angegrauten Kittel“ zwar nicht, und ich würdige sehr die Wissenschaft der Betriebswirtschaft, weiterhin finde ich es sehr wichtig, Ärzte in diesem Bereich zu beschäftigen. Der Akzent soll aber tatsächlich auf der Bezeichnung „Arzt“ liegen! Von einem Medizinstudium und von einem zweijährigen Aufenthalt in den USA wird man tatsächlich nur „Mediziner“, aber zum Arztsein gehört etwas mehr. Es reichen nicht einmal zwei bis drei Jahre Stationsarbeit! Es ist doch kein Wunder, dass der ältere Kollege die Kompetenz des jungen Kollegen auch bei Entscheidungen von betriebswirtschaftlich relevanten Fragen anzweifelt. Es geht schließlich um die tägliche Arbeit von Ärzten.
Nicht der junge Kollege ist hier das Problem, sondern die Firmen, die heutzutage auf „jung und dynamisch“ setzen, mit wohlklingenden Abschlusspapieren, anstatt auf Lebenserfahrung. Auch der junge Kollege hat natürlich das Recht, sich in diesem Berufsfeld zu etablieren, aber es ist besser, wenn er schon am Anfang merkt: Eine Approbation macht noch lange keinen Arzt aus dem jungen Gelehrten. In diesen Berufsbereichen wäre es nicht verkehrt, solche Ärzte den Klinik-Kollegen gegenüber auftreten zu lassen, die selbst schon auf ärztliche Erfahrungen zurückgreifen können. So wären solche Verbitterungen von allen Seiten zu vermeiden.
Dr. med. H. Peter Szutrely, Dipl.-Gesundheitsökonom/BI,
Grünewalder Straße 55, 42657 Solingen
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