ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2002Entlassungsbrief: Zur Diskussion

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Entlassungsbrief: Zur Diskussion

Schelter, Roland

Zu einem Entlassungsbrief einer Fachklinik für Neurologie und Psychiatrie:
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LNSLNS Der nachstehend zitierte Auszug eines ärztlichen Entlassungsbriefes sollte zur gesundheitspolitischen Diskussion den Lesern des DÄ nicht vorenthalten werden. Anlass war eine exakt fünfmonatige stationäre Behandlung in einer „Fachklinik für Neurologie und Psychiatrie“. Unter dem Abschnitt „Therapie und Verlauf“ fand sich wortgetreu folgende Zusammenfassung aller Therapiemaßnahmen:
„Patientin nahm teil am Einzelsingen, dem Chorsingen und der Musik-Gruppentherapie, des Weiteren an der Heil-
eurhythmie, dem Weben und der Arbeitstherapie im Park. Innerlich behandelten wir mit s.c. Injektionen mit Argentum metallicum praeparatum D6 sowie mit Stibium metallicum praeparatum D6 täglich.
Äußere Anwendungen mit Senffußbädern täglich abends und Oxalissalbe 30 % Bauchauftragung täglich abends; Bleihaube täglich abends für eine Stunde.“
Wohlgemerkt: Es handelte sich hier um alle durchgeführten Behandlungen während des insgesamt fünfmonatigen stationären Aufenthaltes.
Dem weniger geneigten Leser drängt sich hier beispielhaft der Eindruck eines kostenintensiven therapeutischen Nihilismus beziehungsweise einer Verordnung von Wellness-Programmen zulasten der Versichertengemeinschaft auf . . .
Dr. med. Roland Schelter, Drosselweg 9, 85591 Vaterstetten

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