ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2002Angiotensin-II-Antagonisten: Olmesartan wirkt stark antihypertensiv

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Angiotensin-II-Antagonisten: Olmesartan wirkt stark antihypertensiv

Dtsch Arztebl 2002; 99(23): A-1612 / B-1383 / C-1286

Bischoff, Angelika

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LNSLNS Erst kürzlich wurde nachgewiesen, dass Angiotensin-II-Antagonisten bei Typ-2-Diabetikern renoprotektive Eigenschaften besitzen. Im Vergleich mit einem Betablocker als Vertreter einer in der Hochdrucktherapie etablierten Substanzgruppe wurde erstmals ein prognostischer Vorteil eines Angiotensin-II-Antagonisten nachgewiesen. Die Bedeutung der Sartane wird auch dadurch deutlich, dass seit 1994 sechs Vertreter in Deutschland zugelassen wurden. Mit Olmesartan steht ein weiteres Familienmitglied vor der Zulassung.
Wie Prof. Rainer Kolloch (Bielefeld) bei einem Fachpressegespräch der Firma Sankyo Pharma in Wiesbaden erläuterte, handelt es sich bei Olmesartan um ein Prodrug, das nach oraler Gabe schnell und vollständig in seine aktive Form umgewandelt wird. Die Halbwertszeit beträgt zwischen zwölf und 18 Stunden. Damit wird eine für die einmal tägliche Applikation vollkommen ausreichende Peak-to-Trough-Ratio gewährleistet. Als günstig bewertete Prof. Martin Wehling (Heidelberg) den Umstand, dass Olmesartan nicht über das Cytochrom P-450-Enzymsystem verstoffwechselt werden muss, sondern fast unverändert den Körper verlässt. Damit entfällt eine wichtige Ursache möglicher Interaktionen mit anderen Arzneimitteln.
Oparil et al. haben erstmals Daten vorgelegt, in denen das neue Sartan anderen Angiotensin-II-Antagonisten direkt gegenübergestellt wurde. In der randomisierten doppelblinden Parallelgruppenstudie mussten sich 50 mg Losartan, 80 mg Valsartan und 150 mg Irbesartan dem Vergleich mit 20 mg Olmesartan-Medoxomil stellen. Alle Substanzen wurden einmal täglich verabreicht. Pro Gruppe waren jeweils zwischen 142 und 146 Patienten eingeschlossen. Deren Ausgangsblutdruckwerte lagen bei 156/104 mm Hg.
Die Ergebnisse zeigen, dass Olmesartan den diastolischen wie auch den systolischen Gelegenheitsdruck stärker senkt als die anderen Substanzen. Nach acht Wochen war der diastolische Blutdruck mit 11,5 mm Hg deutlich stärker zurückgegangen, die Senkung des systolischen Blutdrucks war im Trend besser. Bei der Messung des 24-Stunden-Blutdrucks überzeugte Olmesartan vor allem im Vergleich mit Valsartan und Losartan. Zu Irbesartan zeigten sich kaum Unterschiede im Rückgang von diastolischem und systolischem Blutdruck.
Klinisch oder labortechnisch ließen sich keine Differenzen in den Nebenwirkungen zwischen den untersuchten Pharmaka nachweisen. Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen blieben in allen Gruppen selten. Am häufigsten berichteten die Patienten über Infektionen der oberen Atemwege, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Rückenschmerzen oder Schwindel. Sieben Patienten brachen die Studie
ab. Dr. med. Angelika Bischoff
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