ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2002Der Chef – das unbekannte Wesen

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Der Chef – das unbekannte Wesen

Dtsch Arztebl 2002; 99(23): [76]

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LNSLNS Wer das Sagen hat – ob in der Klinik oder Praxis – wird aufmerksam beäugt. Manche Chefs, die es nicht wirklich sind, werden von den Mitarbeitern schnell in entsprechende Kategorien eingereiht.

Der Motivator
Er sieht gut aus, hat tadellose Manieren, erzählt gerne Geschichten, kann jeden für sich einnehmen, kurzum: Der Showman in Weiß will mitreißen. Gibt sich großzügig, lässt seinen Untergebenen Spielraum. Aber er blendet meist – nach dem Prinzip „Management by Helicopter“: Über allem schweben, beim Landen viel Staub aufwirbeln und dann wieder ab nach oben.
Der Neurotiker
Wer nicht vollkommen seiner Meinung ist, hat es schwer. Umgibt sich mit Jasagern, die selber zu Neurotikern werden, weil sie ihre eigene Meinung wider besseres Wissen unterdrücken. Schließlich herrscht Inkompetenz. Und angesagt ist dann „Management by Jeans“ – An den wichtigsten Stellen sitzen die größten Nieten.
Der Radfahrer
Buckelt nach oben, tritt nach unten. Rügen von seinem eigenen Chef gibt er sofort weiter. Er windet sich, wenn Entscheidungen anstehen. Andererseits will er nicht delegieren. Versucht sich ständig abzusichern. Gibt nach oben den Demokrat, bleibt nach unten der Diktator – nach dem Prinzip „Management by Darwin“: Mitarbeiter gegeneinander aufstacheln, Sieger befördern, Verlierer abschieben.
Der Hektiker
Er macht alles auf einmal. Sein Schreibtisch ist übersät mit Vermerken, Notizen, Briefen und Akten. Redet nur im Telegrammstil, ist ständig auf Achse, telefoniert ununterbrochen, deckt seine Leute mit unterschiedlichsten Aufgaben ein. Frustriert und überfordert seine Mitarbeiter. Hier dominiert „Management by Wheel“ – Wenn sich das große Zahnrad dreht, haben die kleinen wild zu rotieren.
Der Intellektuelle
Lässt vieles durchgehen, behandelt alle Mitarbeiter – ob gut oder weniger gut – gleich. Er steht weit über den Niederungen des Alltags. Delegiert gern, weil er sich nur um die richtigen Chefaufgaben kümmert. Wer was machen soll, ist ihm weniger wichtig. Er liebt „Management by 17 und 4“ – Mitarbeiter nach dem Zufallsprinzip auswählen und mit Aufträgen eindecken. BE
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