SUPPLEMENT: Praxis Computer

Gesundheitstelematik: Karte statt Pass

Dtsch Arztebl 2002; 99(23): [1]

Krüger-Brand, Heike E.

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LNSLNS Nach schwierigen Gesprächen haben sich Kassen, Ärzte und Apotheker mit Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt geeinigt: Die bisherige Krankenversichertenkarte soll zu einer „begrenzten Gesundheitskarte“ erweitert werden. Der umfassende elektronische Gesundheitspass, der Inhalte wie den elektronischen Arztbrief und die Arzneimitteldaten vorsah, ist damit erst einmal vom Tisch. Die Gesundheitskarte soll den europäischen Notfalldatensatz enthalten, Identifikationszwecken dienen und Verweisfunktion, etwa auf die Arzneimitteldokumentation, haben. Die Speicherung der Daten bleibt für den Patienten freiwillig. Erprobt wird auch das elektronische Rezept – allerdings wird dieses nicht auf der Karte hinterlegt, sondern der Arzt speichert es auf ei-nem zentralen Server. Der Patient erhält einen Zugangskode, über den der Apotheker das Rezept abrufen kann. Die durchgängige Vernetzung sämtlicher an der medizinischen Versorgung eines Patienten beteiligten Institutionen bleibt somit weiterhin eine Aufgabe. Das liegt nicht an technischen Hürden, denn Lösungen, beispielsweise für die elektronische Patientenakte, gibt es bereits. Zu unterschiedlich sind jedoch die Interessen der Beteiligten, als dass es gelingen könnte, diese in einem Parforceritt auf eine Linie zu bringen. Realistisch ist wohl nur eine „Telematik-Politik“ der kleinen Schritte.
Heike E. Krüger-Brand
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