SUPPLEMENT: Praxis Computer

Gesundheitskarte Schleswig-Holstein

Dtsch Arztebl 2002; 99(23): [6]

EB

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Prototyp der Gesundheitskarte, entwickeltvon der Firma Orga
Prototyp der Gesundheitskarte, entwickelt
von der Firma Orga
Einen Protoypen für einen elektronischen Patientenausweis hat die Gesundheitsministerin von Schleswig-Holstein, Heide Moser vorgestellt. Die Gesundheitskarte wird zunächst in einem Pilotprojekt in Flensburg erprobt (siehe auch Standpunkt, Seite 1). Beteiligt sind 15 Arztpraxen, zwei Krankenhäuser und eine Apotheke. Die Karte soll die Qualität der Patientenversorgung verbessern und langfristig zu einer größeren Leistungs- und Kostentransparenz beitragen. Von anderen Modellprojekten unterscheide sich das schleswig-holsteinische dadurch, dass die Karte erstmals einen umfassenden Datenbestand zum Patienten selbst enthalte, erläuterte Moser. So ist die Karte nicht nur Berechtigungsausweis des Patienten (Identifikation für die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen), sondern enthält zum Beispiel Notfalldaten wie Blutgruppe, Allergien, Erkrankungen, Operationen/Implantate, Tetanusimpfungen und Arzneimittelverordnungen. Im nächsten Schritt können weitere medizinische Daten zu Krankheitsverläufen sowie Rezepte, Impf- und Röntgenpass und Hinweise auf Bildarchive und Datenbanken auf der Karte abgespeichert werden. In der Endfassung soll die Karte das Beschreiben und Lesen XML-basiert ermöglichen.
Die Teilnahme an dem Modellversuch ist freiwillig. Die praktische Anwendung wird im Flensburger Gesundheitsnetz erprobt. In diesem Netzwerk kooperieren das Praxisnetz der Region mit 130 Arztpraxen, die Diakonissenanstalt, das St. Franziskus-Hospital, die Fachhochschule Flensburg, die AOK und die IKK. Sie werden von der Landesregierung, der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Unabhängigen Zentrum für den Datenschutz unterstützt. An der Entwicklung haben sich auch mehrere Firmen beteiligt, darunter Orga Kartensysteme und Medisoftware Praxiscomputersysteme.
Mittelfristig soll die Karte innerhalb des gesamten Gesundheitsnetzes und langfristig auch in weiteren Regionen eingesetzt werden. EB
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