ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2002Labormedizin: „Versäumnisse von Politik und KBV“

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Labormedizin: „Versäumnisse von Politik und KBV“

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Verband beklagt schlechte Rahmenbedingungen.

Die gesetzlich Krankenversicherten werden labormedizinisch nicht mehr ausreichend versorgt. Das warf der Präsident des Verbands der Krankenversicherten Deutschlands (VKVD), Heinz Windisch, der Politik und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) auf dem ersten „Deutschen Labortag“ in Berlin vor. Bundesweit fand am
8. Juni der „Tag des offenen Labors“ statt, den ebenfalls der VKVD initiierte.
Statt die Chancen moderner Labormedizin für die Früherkennung von Krankheiten und zur Kontrolle ihrer Behandlung zu nutzen, werde die Labormedizin behindert, monierte Windisch. Viele Tests würden zu selten in Anspruch genommen. Windisch führt dies auf die Rahmenbedingungen für die Labormedizin zurück: „Wenn Ärzte finanziell belohnt werden, wenn sie Tests vermeiden, dann sind die Anreize falsch gesetzt.“ Die Zahl der laborärztlichen Untersuchungen sei drastisch zurückgegangen. Neue Testverfahren stünden den Mitgliedern der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung oft gar nicht zur Verfügung. Der
VKVD-Präsident kritisierte auch die geplanten Disease-Management-Programme. Sie dürften nicht zu einem reinen Sparelement verkommen. Für diesen Fall kündigte der VKVD seinen entschiedenen Widerstand an.
Etwa 15 000 Versicherte, so der Verband, besuchten die 60 laborärztlichen Praxen und Institute, die bundesweit an der Aktion teilnahmen.
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