ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2002Frankreich: Arzt-Honorare erhöht

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Frankreich: Arzt-Honorare erhöht

Dtsch Arztebl 2002; 99(24): A-1626 / B-1307 / C-1191

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Foto: AFP
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Nach monatelangem Arbeitskampf einigen sich
Regierung, Ärzte und Kassen.

Nach sieben Monaten Arbeitskampf haben die Ärzte in Frankreich höhere Kassen-Honorare durchgesetzt. Die staatliche Kran­ken­ver­siche­rung CNAM gestand den Ärzten am 5. Juni ein Mindest-Entgelt von 20 Euro für jeden Praxisbesuch zu. In einem zweiten Schritt sollen die Honorare für Hausbesuche auf 30 Euro erhöht werden. Im Gegenzug sollen die Ärzte mehr preiswerte Generika verschreiben und häufiger aut idem anwenden, damit die Apotheker die preisgünstigen Präparate abgeben können.
Der Kompromiss löste Erleichterung aus, wurde aber von Vertretern der linken Parteien als Wahlkampfmanöver kritisiert. Die Ärzte in Frankreich hatten seit Monaten für eine bessere Bezahlung gestritten. Teilweise waren mehr als zehntausend Mediziner auf die Straße gegangen, landesweit schlossen Tausende von Ärzten ihre Praxen ganztägig oder verweigerten die Arbeit an Feiertagen. Die im Mai zurückgetretene Linksregierung hatte es trotz Annäherungen nicht mehr geschafft, eine Einigung durchzusetzen.
Dass der bürgerlichen Übergangsregierung unter dem Rechtsgerichteten Jean-Pierre Raffarin dies gelang, löste bei den Linken kritische Kommentare aus: Der Kompromiss sei mit den Einsparungen durch günstigere Verschreibungen absolut nicht finanziert und müsse durch alle Sozialversicherten bezahlt werden, sagte etwa Ex-Finanzminister Laurent Fabius. Der im Amt bestätigte Staatschef, Jacques Chirac, begrüßte dagegen den glücklichen Ausgang des Streits. Höhere Arzthonorare gehörten zu seinen Wahlversprechen.
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