ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2002Beinprothesen: Kostenübernahme nicht gesichert
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LNSLNS Der Bericht über die computergesteuerte Beinprothese C-Leg stellt ein System vor, das Beinamputierten eine nahezu normale Fortbewegung ermöglichen soll. Schön! Nur ist zu hoffen, dass möglichst wenige Betroffene von dieser prothetischen Möglichkeit erfahren, damit ihnen spätestens bei der Frage der Kostenübernahme durch ihre Krankenkasse eine herbe Enttäuschung erspart bleibt. So geschehen bei meiner 37-jährigen Patientin, sonst topgesunden Mutter von vier Kindern, der nach einer misslungenen Varizen-OP ein Bein amputiert werden musste. Eine C-Leg-Prothese wurde abgelehnt mit der Begründung, die Patientin könnte mit einer üblichen Prothese medizinisch sinnvoll und zweckmäßig versorgt werden. Das mag sogar stimmen, denn bei der Motivation und Energie der Patientin käme diese vermutlich sogar mit einer Holzprothese à la Captain Hook zurecht. Nur für wen, bitte schön, ist dann ein C-Leg gedacht?
Nach Aussage des MDK ist ein C-Leg keine Leistung der GKV und somit bei einem Preis von circa 20 000 Euro höchstens von gutbetuchten Beinamputierten zu finanzieren. Für den Normalversicherten „Nichtmillionär oder Lottogewinner“ wird wohl die nahezu natürliche Fortbewegung nach Beinamputation lediglich ein Wunschtraum bleiben!
Bernhard Schikora, Lindenstraße 6, 96337 Ludwigsstadt
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