ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2002Jungärzte: Hoffnung auf neue Ärztegeneration

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Jungärzte: Hoffnung auf neue Ärztegeneration

Dtsch Arztebl 2002; 99(24): A-1663 / B-1408 / C-1315

Bauer, Bernd

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LNSLNS . . . Was wir jetzt sehen, ist die logische Konsequenz aus Jahren der Leibeigenschaft. Seit den Zeiten, als noch pro Woche im Minimum drei bis fünf unaufgeforderte Bewerbungen auf die Chefarztschreibtische flatterten, werden die tatsächlichen Arbeitszeiten ignoriert. Weiterhin werden Verträge zu einer Weiterbildung befristet, die dann gar nicht stattfindet. Man muss aber trotzdem nach Vertragsablauf gehen. Ärztekammern, Berufsverbände und andere Standesvertretungen haben hier über Jahre für den Einzelnen nachweislich nichts unternommen. Wenn es einem nicht passte, konnte man ja gehen. Trotz nahezu nicht enden wollender Motivation werden jüngere Ärzte nicht wirklich wie Kollegen behandelt, man bedient sich ihrer.
Immer, wenn es darum geht, umsonst zu arbeiten, kommt auch heute noch als Argument die ärztliche Ethik ins Spiel. Über den hippokratischen Eid sind dank des Hanges zur Nestbeschmutzung in der eingesessenen Ärzteschaft inzwischen auch die Patienten sehr gut informiert, die uns dann ebenfalls den Respekt im Umgang und den Titel in der Anrede konsequent verweigern. Es sei denn, sie sind wirklich krank.
Wirklich beklagenswert sind aber die Krokodilstränen, die jetzt von Standesorganisationen, Berufsverbänden und Chefärzten vergossen werden. Hatte man doch jahrelang die Vorteile billiger Arbeitskräfte genossen beziehungsweise sich ungestört seinem Funktionärsdasein hingegeben.
Bleibt zu hoffen, dass sich aus dieser Misere eine neue Ärztegeneration erhebt, die das nicht mehr mit sich machen lässt und dafür sorgt, dass ein Stand wieder die Achtung erhält, die er verdient und die gezielt über Jahre zugrunde gerichtet wurde.
Dr. med. Bernd Bauer, Kreiskrankenhaus, Karlstraße 45, 89129 Langenau
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