ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2002Mit psychisch Kranken leben

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Mit psychisch Kranken leben

Dtsch Arztebl 2002; 99(24): A-1664 / B-1409 / C-1316

Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V.

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Psychiatrie
Orientierungshilfe für Angehörige
Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V. (Hg.): Mit psychisch Kranken leben. Rat und Hilfe für Angehörige. Psychiatrie-Verlag, Bonn, 2001, 280 Seiten, kartoniert, 15,90 €
Psychische Krankheiten verändern nicht nur die Lebenssituation der Betroffenen, sondern auch die ihrer Angehörigen und Freunde. Diese stehen vor einer Vielzahl neuer Probleme; Gefühle der Angst und Ratlosigkeit, Schuld und Schamgefühle, Vereinsamung und Überforderung treten auf. Hinzu kommen materielle Sorgen, wenn die Erkrankung länger andauert und dem Erkrankten weder Krankengeld, Arbeitslosengeld noch Rente gezahlt werden oder nur in so geringem Umfang, dass die Zahlungen zum Leben nicht ausreichen. Zu all dem müssen die Angehörigen auch die Bedürfnisse der Erkrankten artikulieren, sich mit medizinischen und sozialen Fragen der Versorgung beschäftigen und stoßen dazu in der Gesellschaft auch heute noch auf Unwissenheit und Vorurteile.
Der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V. (BApK) will mit dem Ratgeber über psychische Krankheiten, das psychosoziale Versorgungssystem sowie das therapeutische Verfahren informieren. Das Handbuch beschreibt die Wirkungsmöglichkeiten von Psychopharmaka, fasst die wichtigsten Rechtsbegriffe von A wie Akteneinsicht bis Z wie Zwangseinweisung zusammen, dokumentiert die Arbeit der Angehörigenbewegung und benennt Anlaufstellen im System der Hilfen und Selbsthilfe.
Der BApK wurde 1985 gegründet und vertritt als bundesweite Selbsthilfeorganisation die Interessen der Familien mit psychisch kranken Angehörigen. In den Landesverbänden und örtlichen Selbsthilfegruppen stehen den Mitgliedern Hilfen zur Verfügung. Frühzeitige und umfassende Aufklärung über die Erkrankung, über Behandlungs- und Betreuungsmöglichkeiten, Erfahrungsaustausch und Unterstützung bei zahlreichen sozialen Fragen sind der Kern seiner Hilfeleistung.
Etwa 400 000 Personen werden jährlich in Deutschland in psychiatrische Stationen aufgenommen, das heißt, für genauso viele Familien ändert sich in jedem Jahr die Lebenssituation. Zurzeit gibt es rund eine halbe Million chronisch psychisch Kranker in Deutschland. Mehr als die Hälfte wird von ihren Angehörigen betreut. Eine Versorgung durch die eigene Familie wird als selbstverständlich angenommen, mit der Last der Verantwortung sind sie jedoch oft allein gelassen.
Das Handbuch mit Erfahrungen aus mehr als zwei Jahrzehnten Angehörigenbewegung kann helfen, mit den Auswirkungen der Krankheit im Alltag der Familie besser zurechtzukommen. Es bietet für erstbetroffene Leser verständliche Informationen und den fortgeschrittenen Lesern Möglichkeiten, das Wissen zu vertiefen. Eva A. Richter
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