ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2002Nichtsteroidale Antirheumatika und Alzheimer-Risiko

MEDIZIN: Referiert

Nichtsteroidale Antirheumatika und Alzheimer-Risiko

goa

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LNSLNS Die Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) über mindestens 24 Monate kann vor einer Demenz vom Alzheimertyp schützen, nicht aber einer Demenz beim vaskulären Typ vorbeugen.
Zu diesem Ergebnis kam ein niederländisches Forscherteam, das eine prospektive Kohortenstudie mit 6 989 Patienten durchführte. Die Patienten waren mindestens 55 Jahre alt und vor dem Beginn der Studie waren sie frei von Symptomen, die auf eine Demens hinweisen. Nach durchschnittlich 6,8 Jahren litten 394 Patienten unter einer Demenz: 293 waren an Morbus Alzheimer, 56 an einer vaskulären Demenz und 45 an anderen Demenzformen erkrankt.
Die Datenauswertung der Apothekenunterlagen zeigte, dass das relative Risiko, eine Alzheimerdemenz zu entwickeln, unabhängig vom Alter der
Patienten bei einer kurzfristigen Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika (kumulative Anwendung bis zu einem Monat) 0,95 betrug, bei mittelfristiger Anwendung (kumulative Anwendung über mehr als einen und weniger als 24 Monate) 0,83 und 0,20 bei Patienten mit langfristiger Anwendung (kumulative Einnahme über 24 oder mehr Monate). Die Autoren halten die Ergebnisse für einen möglichen Beweis für die Hypothese, dass entzündliche Mechanismen an der Entwicklung des M. Alzheimer beteiligt sind.
Interessanterweise konnte das Risiko für eine vaskuläre Demenz durch die Einnahme von NSAR nicht gesenkt werden. Das Risiko für die Entwicklung dieser Demenzform schien aber, wenn auch nicht signifikant, mit einer langfristigen Einnahme von oralen Salicylaten vergesellschaftet zu sein.
Die Autoren fordern nun, weitere Studien zur präventiven Wirkung einer langfristigen NSAR-Medikation durchzuführen um abschätzen zu können, ob der Nutzen dieser Präventionsmöglichkeit die eventuellen Nebenwirkungen der NSAR übersteigt. goa

IN’T Veld Bas A et al.: Nonsteroidal antiinflammatory drugs and the risk of Alzheimer disease. N Engl J Med 2001; 345: 1515–1521.

Bas A IN’T Veld, Department of Epidemiology and Biostatistics, Erasmus Medical Center, Rotterdam, Niederlande.

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