ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2002Betablocker Bisoprolol: Bei Herzinsuffizienz und Arrhythmien wirksam

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Betablocker Bisoprolol: Bei Herzinsuffizienz und Arrhythmien wirksam

Dtsch Arztebl 2002; 99(24): A-1699 / B-1457 / C-1337

Hoc, Siegfried

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LNSLNS Chronische Herzinsuffizienz ist vor allem eine Krankheit des alten Menschen. Von den über 75-jährigen Männern leiden bis zu acht Prozent an dieser Erkrankung. Die Prognose hängt vom Schweregrad ab: Ist nur die linksventrikuläre Funktion asymptomatisch eingeschränkt, leben 85 Prozent der Betroffenen länger als vier Jahre. Im NYHA-Stadium IV sterben dagegen 40 Prozent bereits im ersten Jahr. Die Prognose bei Herzinsuffizienz wäre jedoch deutlich besser, wenn die Therapie nach den gültigen Leitlinien durchgeführt würde, so Prof. Dr. Karl Josef Osterziel (Berlin).
Es werden in Deutschland aber nur etwa 20 Prozent der herzinsuffizienten Patienten entsprechend behandelt. Obwohl die additive Behandlung mit Bisoprolol, Metoprolol beziehungsweise Carvedilol in den Studien CIBIS II, MERIT-HF und COPERNICUS die Gesamtmortalität um rund 35 Prozent reduzierte, werden die Betablocker eher zurückhaltend eingesetzt.
Dabei werden diese Medikamente von etwa 85 Prozent der klinisch stabilen Patienten mit einem systolischen Blutdruck von initial über 100 mm Hg und einer Herzfrequenz von mehr als 60 Schlägen/min problemlos toleriert, wenn die Behandlung mit sehr niedrigen Dosen begonnen und während der Titrationsphase sorgfältig kontrolliert wird.
Werde die Herzfrequenz adäquat überwacht, profitierten ältere multimorbide Patienten ebenso wie jüngere von der zusätzlichen Gabe eines Betablockers, betonte Osterziel auf einem Symposium der Firma Merck in Mannheim.
Zur Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz sind Bisoprolol und Carvedilol zugelassen. Die großen Studien haben gezeigt, dass Patienten im NYHA-Stadium III von Bisoprolol und Metoprolol profitieren. Für das NYHA-Stadium IV liegen günstige Ergebnisse für Bisoprolol und Carvedilol vor. Welcher Betablocker individuell am besten vertragen wird, muss ausprobiert werden. In den großen Studien war die jährliche Abbruchrate bei Bisoprolol am niedrigsten.
Sinusrhythmus wurde langfristig stabilisiert
Der kardioselektive Beta-1-Rezeptor-Antagonist Bisoprolol (Concor®, Merck) eignet sich auch gut zur Rezidivprophylaxe bei Vorhofflimmern, das bei älteren Patienten nicht selten vorkommt. Zwar kann der Sinusrhythmus mithilfe elektrischer Kardioversion in bis zu 95 Prozent der Fälle wiederhergestellt werden, zur langfristigen Stabilisierung muss aber eine medikamentöse Rezidivprophylaxe durchgeführt werden.
Da Bisoprolol in der CIBIS-II-Studie nicht nur die Gesamtmortalität, sondern auch das Risiko für ventrikuläre und supraventrikuläre Arrhythmien reduzierte, verglich man die Rezidivprophylaxe mit Bisoprolol und dem für diese Indikation zugelassenen Antiarrhythmikum und Betablocker Sotalol. Die Ergebnisse dieser zwölfmonatigen Studie mit 128 älteren Patienten waren eindeutig: Bisoprolol stabilisierte den Sinusrhythmus langfristig ebenso effektiv wie Sotalol.
Während das Klasse-III-Antiarrhythmikum aber bei zwei Patienten lebensbedrohende Torsade-de-points-Tachykardien induzierte, wurde diese Rhythmusstörung unter Bisoprolol nicht registriert. Siegfried Hoc
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