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Private: In die Vollen

Dtsch Arztebl 2002; 99(25): A-1705 / B-1445 / C-1345

Clade, Harald

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LNSLNS Die private Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) liegt beim Lamentieren über die Ausgaben- und Kostenentwicklung stets auf Höchstniveau. Zielscheibe der Kritik sind die Politik und die „Leistungsanbieter“ (Behandler). Die hausgemachte Kosten- und Ausgaben-Inflation wird dabei geflissentlich übersehen.
Bei den Verwaltungs- und Abschlusskosten gehen die Versicherungsgesellschaften unvermindert in die Vollen. Auch bei Marketing, Werbung und Abschlussprämien wird geklotzt. Die neuerliche Image-Kampagne in den Printmedien und die Fernsehspots kosten eine Menge Geld. Auf stolze 2,76 Milliarden Euro (2000: 2,46 Milliarden Euro) addieren sich die Verwaltungs- und Abschlusskosten der Branche im Jahr 2001. Die Leistungsausgaben im vergangenen Jahr betrugen 13,97 Milliarden Euro (+ 6,3 Prozent); die Vergleichszahl für das Jahr 2000: 12,85 Milliarden Euro. Dies sind reine Versicherungsleistungen. 2001 lagen die Gesamtaufwendungen für die Versicherten bei rund 25,3 Milliarden Euro (2001: 25,0 Milliarden Euro). Die erstatteten Kosten für die ambulante Arztbehandlung betrugen 3,44 Milliarden Euro (2001: 3,08 Milliarden Euro). Dies sind rund 23,8 Prozent (23,2 Prozent in 2001), gemessen an den Versicherungsleistungen (insgesamt: 14,4 Milliarden Euro). Die Verwaltungs- und Abschlusskosten betrugen rund 19,1 Prozent (2001: 18,6 Prozent), gemessen an den Versicherungsleistungen (ohne Regulierungskosten). Absolut: Für Verwaltung und Abschlussprämien gingen 2,76 Milliarden Euro drauf. Verwaltungs- und Abschlusskosten entsprechen inzwischen 80 Prozent (!) der Kosten für ambulante privatärztliche Behandlung (2001: 56,5 Prozent).
Hier sollte der „Gesundheitsdienstleister“ PKV ansetzen, um die schiefen Verhältnisse wieder ins Lot zu bringen. Selbst die GKV mit einem ebenfalls hohen Verwaltungsaufwand von rund 4,6 Prozent (netto) könnte hier ein Vorbild sein. Dr. rer. pol. Harald Clade
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