ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2002G10-Aktionsprogramm: Kosten-Nutzen-Analyse bei Arzneimitteln

POLITIK

G10-Aktionsprogramm: Kosten-Nutzen-Analyse bei Arzneimitteln

Dtsch Arztebl 2002; 99(25): A-1716 / B-1452 / C-1352

Rabbata, Samir

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LNSLNS Der klinische Nutzen von Arzneimitteln und deren Kosteneffektivität sollen nach Meinung von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt europaweit einer gemeinsamen Bewertung unterzogen werden. „Der Austausch von Informationen und Erfahrungen zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union wird uns bei der beabsichtigten Abwägung von therapeutischem Nutzen und Arzneimittelpreisen in Deutschland zugute kommen“, sagte Schmidt anlässlich einer Veranstaltung der G10-Arzneimittel-Gruppe zur europäischen Arzneimittelpolitik in Berlin. Damit würden die Forschungsanstrengungen der Unternehmen stärker auf echte Innovationen konzentriert. Die Ministerin ist davon überzeugt: „Ärzte und Patienten erhalten so objektive Informationen.“
In einem jetzt vorgelegten „Aktionsprogramm“ fordert die G10-Gruppe, zu der neben Schmidt unter anderem auch deren französische und britische Amtskollegen Bernard Koucher und Philip Hunt zählen, dass die Vorschriften zur Zulassung von Arzneimitteln EU-weit überprüft werden. Ziel sei es, allen Patienten innerhalb der Europäischen Union schnellen Zugang zu neuen Medikamenten zu ermöglichen.
In Großbritannien haben Patienten durchschnittlich sechs Monate nach der Zulassungsgenehmigung die Möglichkeit, an neu entwickelte Medikamente zu kommen, während Franzosen und Portugiesen oft Wartezeiten von bis zu vier Jahren in Kauf nehmen müssen. Hier seien die Zulassungsbehörden in der Gemeinschaft gefordert. Diese müssten einen offenen Dialog mit den Arzneimittelherstellern über Möglichkeiten zur Verbesserung der Zulassungsverfahren führen, forderte Schmidt. Die Gruppe empfahl außerdem, dass die europäischen Institutionen Möglichkeiten in Betracht ziehen sollten, das Lizenzsystems zu verbessern, um die Markteinführung innovativer Arzneimittel zu beschleunigen.
Das Aktionsprogramm der G10-Gruppe ist nicht rechtsverbindlich und dient den EU-Mitgliedstaaten lediglich als Empfehlung. Der Gesetzgeber werde nun prüfen, wie das Programm der Arzneimittelgruppe umgesetzt werden könne, kündigte Schmidt an. SR
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