ArchivDeutsches Ärzteblatt6/1996Herzklappen: Unschöne Verhaltensweisen ausgegraben
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LNSLNS . . . Die Staatsanwälte in Wuppertal haben, leider, eine ganze Menge unschöner und wohl auch krimineller Verhaltens- und Verfahrensweisen ausgegraben. Nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern bundesweit.
Natürlich kann in unserem Staat, der Vertragsfreiheit garantiert, jeder seine Produkte so teuer verkaufen, wie es der Markt akzeptiert. Wenn es aber möglich ist, in Deutschland irre Handelsspannen zu realisieren, nicht nur bei Herzklappen, sondern auch bei vielen anderen Medizinal-Produkten, so liegt das an einem System, das bisher solche Preise ohne Prüfung bei Notwendigkeit in Krankenhaus-Pflegesätzen akzeptierte. Und wenn sich Kolleginnen und Kollegen von der Industrie bitten lassen, an Auslands-Kongressen teilzunehmen, so ist auch das grundsätzlich nicht verwerflich, wenn dies der Erweiterung des Wissens dient.
Der Unmut und das Unverständnis von vielen Kollegen beginnen aber genau dort, wo solche Einladungen erst dann erfolgen, wenn ein bestimmter Umsatz bewirkt wurde, wenn zudem die Familie nachkommen durfte, wo schließlich andere Vergünstigungen den "Bestellungen" folgten . . . Wir brauchen keine gerichtlichen Prozesse abzuwarten, um persönlich Konsequenzen zu ziehen. Wir sagen klipp und klar: Das paßt uns nicht, solche Kollegen wollen wir nicht, mit diesen Firmen möchten wir nicht zusammenarbeiten! Ob diese sich das endlich einmal merken?
Dr. med. Rainer M. Holzborn, Im Bremerkamp 21 a, 46535 Dinslaken
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