ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2002Darmflora bei entzündlichen Darmerkrankungen

MEDIZIN: Referiert

Darmflora bei entzündlichen Darmerkrankungen

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LNSLNS Die Ursache der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ist unklar, diskutiert wird, ob die Kolonozyten die physiologische Darmflora nicht mehr erkennen und es somit zu einer Autoimmunerkrankung kommt.
Die Autoren führten bei 305 Patienten mit Darmentzündung Untersuchungen der mukosalen Flora durch. Dabei fanden sie hohe Konzentrationen mukosaler Bakterien bei Patienten mit chronischen entzündlichen Darmerkrankungen, nicht jedoch bei 40
Kontrollpersonen. Die Konzentration der mukosalen Bakterien nahm mit der Schwere der Erkrankung zu mit über 10 000 cfu/µL, dabei handelte es sich um Bakterien fäkalen Ursprungs. Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen und mukosalen Bakterienkonzentrationen von über
50 000 cfu/µL wiesen charakteristische Einschlusskörperchen in Enterozyten auf.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Änderungen der mukosalen Flora bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen kein Sekundärphänomen im Rahmen der Entzündung darstellen, sondern eine spezifische Reaktion des Wirtsorganismus. Die Hypothese lautet, dass die gesunde Schleimhaut in der Lage ist, fäkale Bakterien zurückzuhalten, während diese Abwehrfunktion bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen offensichtlich gestört ist. w

Swidsinski A, Ladhoff A, Pernthaler A et al.: Mucosal flora in inflammatory bowel disease. Gastroenterology 2002; 122: 44–54.

Dr. Alexander Swidsinski, Innere Klinik – Gastroenterologie, Charité, 10098 Berlin, E-Mail: alexander.swidsinski @charite.de

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