ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2002Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms mit 5-FU/Folinsäure und Irinotecan: Gentest vor Gabe von 5-FU
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LNSLNS In dem Artikel wird ausführlich auf die therapieinduzierte Toxizität bei der Verabreichung von 5-Fluorouracil (5-FU) eingegangen, die sich in ihrem Ausmaß bei den verschiedenen Therapieschemata unterscheidet. Für den Patienten vielleicht noch wichtiger ist aber seine genetisch bedingte Prädisposition für toxischen Wirkungen gegenüber 5-FU. Diese ergeben sich hauptsächlich aus der Aktivität des Enzyms Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD); 5-FU wird zu 80 Prozent durch DPD verstoffwechselt. Die toxischen Wirkungen nach Gabe von 5-FU äußern sich als Fieber, Diarrhö, Stomatitis, neurotoxische Symptome, Leukopenie oder Panzytopenie bis hin zum Tod. Dies ist seit 1985 bekannt; seit 1999 ist der entsprechende genetische Defekt identifiziert. Ein partieller Mangel der DPD wird bei 3 bis 5 Prozent der Bevölkerung beobachtet. Der kausale Zusammenhang zwischen den Defekten des DPD-Gens und der 5-FU-Toxizität wurde in der Literatur eindrücklich belegt (1). Vor jedem Einsatz von 5-FU sollte aus Sicherheitsgründen ein gezielter genetischer Test durchgeführt werden.

Literatur:
1. Van Kuilenburg AB, Vreken P, Abeling NG, Bakker HD, Meinsma R, Van Lenthe H, De Abreu RA et al.: Genotype and phenotype in patients with dihydropyrimidine dehydrogenase deficiency. Hum Genet 1999; 104: 1–9.

Dr. med. Robert Maiwald
Neuenhöfer Allee 38, 50935 Köln
E-Mail: maiwald@maiwald-genetik.de

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