ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2002Psychotherapie: Politik ist gefordert

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Psychotherapie: Politik ist gefordert

Dtsch Arztebl 2002; 99(26): A-1786 / B-1516 / C-1344

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Nach dem Willen der FDP sollen für die Patienten 5,11 Euro Selbstbeteiligung je Therapiestunde anfallen. Foto: Peter Wirtz
Nach dem Willen der FDP sollen für die Patienten 5,11 Euro Selbstbeteiligung je Therapiestunde anfallen. Foto: Peter Wirtz
FDP legt Gesetzentwurf für bessere Vergütung vor.
Die FDP legt erneut einen Gesetzentwurf „zur Sicherung einer angemessenen Vergütung psychotherapeutischer Leistungen in der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung“ vor. Einen fast identischen Entwurf hatte die Fraktion schon im März 2000 präsentiert. Die FDP fordert die Vergütung von G-IV-Leistungen, probatorischen Sitzungen und Gutachterberichten als Einzelleistungen. Diese Leistungen sollen außerhalb des Gesamtbudgets finanziert werden und somit nicht mehr den Facharzttopf belasten. Zur Gegenfinanzierung wird eine Selbstbeteiligung von 5,11 Euro je Therapiestunde für Erwachsene vorgeschlagen.
Bei der Anhörung zum Gesetzentwurf unterstützte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) den Vorschlag, die Psychotherapie außerhalb des Gesamtbudgets zu vergüten. Die Krankenkassen stimmten dem Entwurf nicht zu. Dies führe „zu einer nicht zu vertretenden Mehrbelastung“ der Kassen. Auch würden mit der Einzelleistungsvergütung „wirksame Instrumente zur Steuerung der Mengen- und Ausgabenentwicklung beseitigt“. Einheitlich sprachen sich die Psychotherapeutenverbände und die Verbraucherschutzorganisationen gegen die Selbstbeteiligung aus. Die KBV und die Verbände, die auch ärztliche Psychotherapeuten vertreten, forderten, die psychotherapeutischen Leistungen der Psychiater, Nervenärzte und Kinder- und Jugendlichenpsychiater ebenfalls mit festen Punktwerten zu vergüten. Bisher haben nur diejenigen Anspruch darauf, die mehr als 90 Prozent psychotherapeutisch tätig sind. Der Bundesverband der Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie macht diese gesetzliche Regelung für erste Praxisschließungen in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern verantwortlich.
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