ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2002Arzneimittel-Studie: Unzureichend informiert?

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Arzneimittel-Studie: Unzureichend informiert?

Dtsch Arztebl 2002; 99(26): A-1786 / B-1516 / C-1344

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Arznei-Verordnungen unterscheiden sich je nach Region. Foto: Ute Grabowsky
Arznei-Verordnungen unterscheiden sich je nach Region. Foto: Ute Grabowsky
Gmünder Kasse kritisiert ärztliche Verordnungen.

Die Arzneimittel-Verordnungen von Ärzten unterscheiden sich je nach Region in Quantität und Qualität. Der Hauptgrund dafür sei die mangelnde Information der Ärzte. Zu diesem Ergebnis kommt der jüngste Arzneimittelreport der Gmünder Ersatzkasse (GEK).
Während Ärzte in Brandenburg im Jahr 2001 Medikamente im Wert von 14 800 Euro pro 100 Versicherten verordneten, lagen diese Kosten bei ihren Hamburger Kollegen bei 25 570 Euro. Deshalb sei mehr industrieunabhängige Arzneimittelinformation für die Ärzte unerlässlich, sagte Prof. Dr. Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen und Autor der Studie. In Regionen, in denen die Ärzte überdurchschnittlich viele Medikamente verordneten, würden gleichzeitig auch überdurchschnittlich viele umstrittene Mittel verschrieben. Dabei seien noch immer viele dieser umstrittenen Medikamente für die Kostensteigerungen bei den Arzneimitteln verantwortlich, so Glaeske.
Dieter Hebel, Vorstandsvorsitzender der GEK, nutzte die Präsentation des Arzneimittelreports für einen Angriff auf den Präsidenten der Bundes­ärzte­kammer, Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe. Dieser emotionalisiere die gesundheitspolitische Debatte und betreibe eine ungerechtfertigte Panikmache. Das aktuellste Beispiel, so Hebel, stamme vom 105. Deutschen Ärztetag: „Dort malte Hoppe erneut den Teufel des nicht versorgten Kassenpatienten an die Wand.“ Der Arzneireport belege jedoch, dass im Arzneimittelbereich weitere Einsparungen möglich seien.
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